Im Lavanttal tut sich einiges im Bereich der digitalen Infrastruktur. Die Breitbandinitiative Kärnten GmbH (BIK) hat ehrgeizige Pläne für den Ausbau einer modernen Glasfaserinfrastruktur in mehreren Gemeinden, darunter Bad St. Leonhard, Frantschach-St. Gertraud, Preitenegg, Reichenfels, St. Georgen und Wolfsberg. Insgesamt stehen rund 145 Kilometer neue Trassen auf dem Plan, wobei 38 Kilometer in Kooperation mit einem privaten Investor realisiert werden sollen. Diese bedeutende Initiative wurde dem Landesrechnungshof als Großvorhaben zur Überprüfung vorgelegt, wie Kleine Zeitung berichtet.
Der Geschäftsführer der BIK, Peter Schark, betont, dass das Projekt positiv bewertet wurde und Anregungen für zukünftige Vorhaben bereits in das Konzept einfließen sollen. Bis 2027 soll der Ausbau abgeschlossen sein, und die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 19,16 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 1,29 Millionen Euro auf Dienstleistungen und 17,87 Millionen Euro auf Bauleistungen, wozu auch sechs Ortszentralen zählen, für die insgesamt 513.332 Euro eingeplant sind.
Finanzierung und Unterstützung
Die Finanzierung des Projekts wird durch verschiedene Quellen sichergestellt. So erhält die BIK 50% des gesamten Projektvolumens als Fördermittel vom Bund. Die sechs beteiligten Gemeinden übernehmen jeweils 5.000 Euro für die Planungskosten. Zudem kommen rund 9,55 Millionen Euro durch ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB), dessen Rückzahlung durch Gesellschafterzuschüsse des Landes erfolgt. Diese Informationen werden auch durch die Kärntner Landesregierung gestützt, die den ambitionierten Ausbau eines Glasfaser-Netzes für insgesamt 78.000 Haushalte in 56 Gemeinden unterstützt.
Das Ausmaß des Glasfaserausbaus zeigt die Bedeutung, die dieser für die Ansiedlung neuer Betriebe und die wirtschaftliche Entwicklung der Region hat. Aktuell sieht der Plan vor, dass bis 2027 insgesamt 300 Millionen Euro in die Glasfaserinfrastruktur investiert werden, unterstützt durch eine Kombination aus Bundesmitteln, regionalen Investitionen und Beiträgen von Energieversorgern wie der Kelag.
Herausforderungen und Perspektiven
Die Herausforderungen im ländlichen Raum sind nicht zu unterschätzen. Hohe Investitionskosten, lange Ausbauzeiten und die Notwendigkeit öffentlicher Förderungen stellen häufig Hürden dar. Nichtsdestotrotz zeigt die BIK mit ihrem Vorhaben, wie durch strategisches Arbeiten und Kooperationen zwischen Kommunen und Telekommunikationsunternehmen diese Hürden überwunden werden können. Alleine der Glasfaserausbau in Kärnten ist ein Zeichen dafür, dass ländliche Regionen nicht abgehängt werden dürfen, wie auch ähnliche Bestrebungen in Deutschland unter der Gigabit-Strategie zeigen, deren Ziel eine flächendeckende Versorgung bis 2030 ist, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft festhält.
Der Landesrechnungshof hat in seinem Überprüfungsbericht vom 4. Juni 2025 festgehalten, dass eine Reduktion der Anzahl der Ortszentralen in der Ausschreibung empfehlenswert ist, um finanzielle und organisatorische Effizienz zu gewährleisten. Mit den anstehenden Angeboten und der Walze von Empfehlungen aus den Prüfungen wird die BIK gut beraten sein, um zukünftige Projekte noch erfolgreicher umzusetzen.
Insgesamt blickt Kärnten auf ein wichtiges Vorhaben, das nicht nur die digitale Infrastruktur verbessert, sondern auch die Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Regionen entscheidend fördert. Der gesamte Prozess wird weiterhin genau beobachtet, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.