Am 23. Februar 2026 kam es im österreichischen Fußball zu einem bemerkenswerten Vorfall, der die Gemüter erhitzte. Ein Teil der Rapid-Fans boykottierte das Heimspiel gegen Wolfsberg, was die Aufmerksamkeit auf die aktuelle Fan-Kultur lenkt. Insbesondere der „Block West“ blieb während des gesamten Spiels leer. Ein Banner im Block verkündete: „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von diesen sportlichen Leistungen.“ Dies war eine direkte Reaktion auf die Verurteilung der Pyro-Attacken im Derby vor einer Woche, die in der Öffentlichkeit für viel Aufregung sorgten. Trotz des Boykotts konnte Rapid das Spiel gegen Wolfsberg nach zwölf Partien ohne Sieg gewinnen.
Die Meinungen zu diesem Boykott sind gespalten. Einige Leser äußerten sich positiv zu den Maßnahmen und forderten, den Fans keine Karten zu verkaufen. Kritiker hingegen bemängelten, dass nicht alle Fans im Block West zu den aktiven Fan-Gruppen gehören und von diesen ausgeschlossen werden. Klub-Boss Alexander Wrabetz kündigte an, in den nächsten drei Jahren auf Auswärtsfans bei der Austria zu verzichten. Er bezeichnete das Derby als „emotionalisiertes Spiel“ und relativierte die Kontrolle über die Emotionen. Hans Krankl, eine Legende des Vereins, kritisierte die Chaoten unter den Fans und forderte Konsequenzen für diese Gruppe. Die gesamte Situation ist ein Spiegelbild der angespannten Atmosphäre im österreichischen Fußball.
Ausschreitungen und deren Folgen
Die Ausschreitungen, die nach dem Stadtderby zwischen Rapid und Austria Wien stattfanden, trugen zur angespannten Lage bei. Nach dem 2:1-Sieg von Rapid kam es zu schweren Auseinandersetzungen, als Fans beider Lager den Platz stürmten und Schlägereien ausbrachen. Auslöser waren Böller, die von Austria-Fans in den Familiensektor geworfen wurden. Rapid-Anhänger reagierten mit Feuerwerkskörpern in den Gästeblock. Mindestens ein Zuschauer wurde verletzt, während die Polizei laut Medienberichten verspätet eingriff. Rapid steht nach früheren Vorfällen unter Bewährung, was möglicherweise einen Punkteabzug zur Folge haben könnte.
Rapid-Trainer Robert Klauss äußerte, dass harte Maßnahmen notwendig seien, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Austria-Trainer Stephan Helm bezeichnete die Ausschreitungen als erschütternd, und Rapids Geschäftsführer Steffen Hofmann kritisierte die Vorfälle als nicht akzeptabel. Diese Ereignisse werfen ein grelles Licht auf die Herausforderungen, mit denen der österreichische Fußball konfrontiert ist, insbesondere in Bezug auf Gewalt und Fanverhalten.
Pyrotechnik im Fußball – Ein umstrittenes Thema
Das Thema Pyrotechnik bleibt im Fußball umstritten. Der DFB hat über sieben Millionen Euro an Strafzahlungen wegen Pyrotechnik verhängt, und viele Fans betrachten diese als Teil der Fußballkultur. Anders Kjellevold von der „Norsk Supporterallianse“ fordert, dass die Behörden Pyrotechnik akzeptieren und Sicherheitsmaßnahmen verbessern. In Norwegen wurde ein Pilotprojekt zur Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien gestartet, das strenge Auflagen vorsieht. Fans müssen über 18 Jahre alt sein und eine Vorab-Schulung absolvieren, um Pyrotechnik in bestimmten Bereichen zu verwenden.
Die Erfahrungen aus Norwegen könnten für den deutschen Fußball von Bedeutung sein. Während der DFB weiterhin auf Geldstrafen setzt, stellt die Soziologin Stephanie Moldenhauer die Wirksamkeit dieser Strafen in Frage, da keine Abnahme von Bengalos in den Stadien zu beobachten sei. Hohe Strafzahlungen gefährden sogar die Existenz einiger Klubs. Kjellevold empfiehlt, die Verbote im deutschen Fußball zu überdenken, um die Sicherheit zu verbessern. Trotz der Herausforderungen bleibt das Thema Pyrotechnik ein heißes Eisen, das sowohl Fans als auch Verbände vor enorme Fragen stellt.