In der Nacht von Montag auf Dienstag, genauer gesagt um 3 Uhr morgens, kam es in Wolfsberg zu einem erschreckenden Einbruch in das Juweliergeschäft von Gertraud Waschier. Die Alarmanlage des Geschäfts informierte die Inhaberin über den Vorfall, der sich als spektakulär herausstellte. Die Täter, zwei maskierte Personen, hatten ein zuvor gestohlenes rotes Auto verwendet, um mit voller Wucht das Eingangsportal des Juweliergeschäfts zu durchbrechen. Die Wucht des Aufpralls riss die Türzylinder aus und verbog den Stahlrahmen der Tür, was deutlich macht, wie rabiat die Einbrecher vorgingen.

Innerhalb von nur eineinhalb Minuten schafften es die Täter, die Vitrinen zu zerstören und Schmuck zu stehlen, bevor sie in unbekannte Richtung flüchteten. Trotz einer sofort eingeleiteten Alarmfahndung blieben die Einbrecher unentdeckt. Der geschätzte Schaden ist bisher unbekannt, wird jedoch als immens bezeichnet. Ermittlungen wurden umgehend vom Landeskriminalamt Kärnten aufgenommen und die Polizei erhielt das Überwachungsvideo, um den Vorfall weiter zu untersuchen. Der Bereich vor dem Geschäft wurde zur Beweissicherung mit einem Baustellenband abgesperrt, während Passanten zunächst nichts von dem Geschehen bemerkten.

Erneuter Einbruch in Wolfsberg

Besonders auffällig ist, dass dieser Vorfall nicht der erste seiner Art für den Familienbetrieb ist; es ist bereits der dritte Einbruch am Hohen Platz. Der Stiefvater des Junior-Chefs, Karl Pacher, wurde durch die Alarmanlage geweckt und konnte die Täter flüchten sehen. Diese scheinen über gute Ortskenntnisse zu verfügen, da sie über die Schlossbrücke in eine schmale Gasse in Richtung Markuskirche flüchteten und das gestohlene Fahrzeug mit laufendem Motor zurückließen.

Der Einbruch ereignete sich nur vier Tage vor dem Valentinstag, einem Zeitpunkt, der für Juweliere besonders geschäftig ist. Um den Schaden zu beheben, plant die Inhaberin, nach der Reparatur der Tür schnellstmöglich wieder zu öffnen, sodass eine längere Betriebsunterbrechung nicht vorgesehen ist. Um den gestohlenen Schmuck zu erfassen, muss eine Inventur durchgeführt werden, was in dieser stressigen Situation zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt.

Einbruchskriminalität im Fokus

Im Kontext solcher Vorfälle ist es interessant zu betrachten, dass die Kriminalstatistik 2024 des Internationalen Juwelier-Warndienstes einen Anstieg an Einbruchdiebstählen zeigt. In Deutschland wurden im Jahr 2024 insgesamt 339 Straftaten und Tatversuche gegen Schmuck- und Uhrenhändler registriert, wobei Einbruchdiebstähle 64 Prozent der Delikte ausmachten. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zum 16-Jahres-Durchschnitt von 53 Prozent. Besonders in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern, wie Wolfsberg, scheinen Juweliere ein bevorzugtes Ziel zu sein.

Die Täter stammen häufig aus Ost- und Südosteuropa sowie dem Baltikum und agieren oft in Banden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass eine mangelhafte Sicherung von Schaufenstern und Eingangstüren als wesentlicher Risikofaktor gilt. Empfohlen wird eine stärkere mechanische und elektronische Absicherung, um der steigenden Kriminalität entgegenzuwirken.

In Anbetracht der aktuellen Situation und der wiederholten Übergriffe auf Juweliergeschäfte ist es für Geschäftsinhaber unerlässlich, Sicherheitsvorkehrungen zu überdenken und zu verstärken, um sich und ihr Geschäft zu schützen. Die Ereignisse in Wolfsberg sind ein eindringlicher Hinweis auf die Herausforderungen, mit denen Juweliere heute konfrontiert sind. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie auch in der Kleine Zeitung sowie in der Mein Bezirk.