In Wolfsberg fand kürzlich der Berufsorientierungsworkshop „Green Jobs on Tour“ statt, organisiert von der Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Lavanttal, der Wirtschaftskammer Wolfsberg und dem Regionalmanagement Lavanttal. Diese Veranstaltung, die im KUSS Wolfsberg stattfand, bot über 200 Schülerinnen und Schülern aus fünf Mittelschulen die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in verschiedene Fachberufe zu gewinnen. Der Fokus lag dabei auf Berufen, die einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.

Mit Hilfe von 14 Werkboxen aus dem Projekt „Kreative Lehrlingswelten“ konnten die Jugendlichen an Mini-Werkbänken mit berufstypischen Werkzeugen arbeiten. Jede Werkbox wurde von einem heimischen Betrieb betreut. In einem 30-Minuten-Takt konnten die Schüler in vier verschiedene Fachberufe schnuppern, darunter Tischler, Installateur und Elektrotechniker. Gerhard Oswald, Obmann der Wirtschaftskammer Kärnten, betonte die Chancen, die in der Klima- und Energiewirtschaft liegen. Stephan Stückler, KEM-Manager, wies darauf hin, wie wichtig es ist, das Interesse an Ausbildungswegen in der Region zu stärken und die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen.

Grüne Berufe im Fokus

Der Begriff „grün“ steht nicht für eine spezifische Branche, sondern beschreibt eine Haltung, die nachhaltig, ressourcenschonend und umweltfreundlich ist. Grüne Berufe sind vielfältig und decken Bereiche ab wie die Forschung im Bereich Erneuerbare Energien, den Schutz von Naturreservaten und die nachhaltige Landwirtschaft. Das Ziel dieser Berufe ist der Schutz der Umwelt und des Klimas. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat sogar 14 amtlich anerkannte grüne Ausbildungsberufe gelistet, die sich auf Natur, Umwelt, Pflanzen, Tiere und Nahrungsmittel konzentrieren. Diese Berufe umfassen nicht nur handwerkliche Tätigkeiten, sondern auch akademische Laufbahnen, die auf Umwelt- und Klimaschutz ausgerichtet sind, wie etwa in der Geoökologie oder der Hydrologie.

Im Umweltsektor gibt es zahlreiche Berufe, die für die Zukunft von großer Bedeutung sind. So beispielsweise der Geoökologe, der sich mit natürlichen Geo-Ökosystemen und menschlicher Nutzung beschäftigt. Die Tätigkeiten reichen von Feld- und Laborforschung bis hin zu chemischen Analysen und Geoinformatik. Ein weiteres Beispiel ist der Hydrologe, der sich mit der Wassergewinnung und dem Hochwasserschutz befasst. Auch Ingenieure für erneuerbare Energien spielen eine zentrale Rolle, indem sie innovative Lösungen in den Bereichen Wind- und Solarenergie entwickeln.

Chancen für die Jugend

Die Bedeutung von grünen Berufen wird in Zeiten des Klimawandels und der ökologischen Herausforderungen immer offensichtlicher. Die Initiative in Wolfsberg zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig für diese Themen zu sensibilisieren und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Durch praxisnahe Workshops können sie nicht nur ihre Interessen entdecken, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.

Für alle, die sich für grüne Berufe interessieren, bietet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, sowohl in der Ausbildung als auch in der Forschung. So können junge Talente die Weichen für eine nachhaltige Karriere stellen und sich für eine umweltbewusste Zukunft einsetzen. Mehr Informationen zu grünen Berufen finden Sie auch auf der Webseite der Arbeitsagentur oder unter academics.de.

Für die Jugendlichen aus dem Lavanttal war der Workshop nicht nur ein Schritt in die berufliche Zukunft, sondern auch ein wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil und Bewusstsein für die Herausforderungen unserer Zeit.