Im kleinen aber feinen Neuhaus in Kärnten wird derzeit großes Aufsehen um den Lanzlhof gemacht. Michael Skuk und Katrin Parz, beide 26 Jahre alt, gehen mit ihrem Schweinemastbetrieb innovative Wege. Die beiden Landwirte, unterstützt von Michaels Eltern Ida (62) und Johann (65), haben für den Ceres-Award 2023 in der Kategorie Schweinehalter nominiert. Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für ihre Anstrengungen im Bereich nachhaltige Landwirtschaft. Laut Kleine Zeitung ist der Lanzlhof der einzige Kärntner Betrieb, der diese Ehre erfährt.
Ein herausragendes Merkmal des Lanzlhofs ist der neu errichtete Holzstall mit dem Welcon-Buchtensystem für freies Abferkeln. Dieser Stall wurde erst 2023 fertiggestellt und ist ein Beweis für den hohen Standard im Hinblick auf Tierwohl und Nachhaltigkeit. Der Unterschied zu herkömmlichen Ställen liegt auf der Hand: Freies Abferkeln bedeutet mehr Bewegungsfreiheit für die Tiere, was ihr Wohlbefinden steigert und somit auch die Qualität der Produkte verbessert.
Ein Blick auf die Zahlen
Der Lanzlhof erstreckt sich über insgesamt acht Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, ergänzt durch vier Hektar Wald und einen halben Hektar Wiese. Mit 24 Zuchtsauen, etwa 100 Ferkeln und 100 Mastschweinen stellt der Betrieb einen bedeutenden Teil der lokalen Lebensmittelversorgung sicher. Der Großteil des erzeugten Fleisches wird unter dem Label „Fair zum Tier“ bei Billa verkauft, ein kleiner Teil findet den Weg in den eigenen Hofladen, der regelmäßig für Kunden geöffnet ist.
- Mi: 13–16 Uhr
- Do, Fr: 9–16 Uhr
- Sa: 9–12 Uhr
Ein besonders kreatives Konzept, das Skuk seit drei Jahren anbietet, ist das Schweineleasing. Kunden können ein Duroc-Schwein für 870 Euro leasen, das dann sechs bis sieben Monate aufgezogen und anschließend küchenfertig zerlegt wird. Skuk betont, wie wichtig die vollständige Verarbeitung des Schweins ist, und fördert damit einen bewussten Fleischkonsum. Diese Ansätze sind nicht nur nachhaltig, sie tragen auch zur Tiergesundheit und zur Reduzierung von Abfall bei.
Auszeichnungen und Ausblick
Der Lanzlhof hat in der Vergangenheit bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Titel „Karreespeckkaiser“ sowie den zweiten Platz beim Agrarinnovationspreis „Vifzack 2024“. Die Erwartungen für den Ceres-Award 2023 sind entsprechend hoch. In den kommenden Wochen werden die Juroren, die zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in Vorarlberg besuchen, auch den Lanzlhof genau unter die Lupe nehmen. Bewertet werden betriebliche Innovationen, Nachhaltigkeitskonzepte, Tierwohl und wirtschaftliche Stabilität, wie Ökolandbau ausführlich beschreibt.
Michael Skuk selbst schließt parallel zu seinen landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein berufsbegleitendes Studium der Agrarpädagogik in Wien ab. Ab Herbst wird er als Landwirtschaftslehrer tätig sein und somit sein Wissen an die nächste Generation weitergeben. Am 29. Oktober 2025 findet die Preisverleihung des Ceres-Awards in Berlin statt – ein Event, auf das sowohl die Familie Skuk als auch die gesamte Gemeinde Neuhaus mit Spannung blickt. Man darf gespannt sein, ob der Lanzlhof den Titel „Landwirt des Jahres“ mit nach Kärnten nehmen kann!