Heute ist der 19.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation der Unternehmens- und Privatinsolvenzen im Bezirk Völkermarkt, Kärnten. Im Jahr 2025 wurden hier elf Insolvenzverfahren eröffnet, während vier weitere Insolvenzanträge aufgrund mangelnden Vermögens der Schuldner nicht behandelt werden konnten. Insgesamt sind 15 Unternehmen mit Passiva von 6 Millionen Euro insolvent. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Insolvenzen um 29 Prozent gesunken, was eine positive Entwicklung darstellt. Auch die Zahl der Eröffnungen ist um zwei Fälle gesunken, während die Nichteröffnungen um vier Fälle abgenommen haben. Diese negativen Zahlen sind allerdings nicht nur auf Völkermarkt beschränkt, sondern spiegeln auch einen Trend in Kärnten wider, wo die Unternehmensinsolvenzen um 3,3 Prozent zurückgingen. Interessanterweise sank die Passiva der Unternehmensinsolvenzen in Kärnten von 16 auf 6 Millionen Euro.

Die drei größten Pleiten im Bezirk Völkermarkt sind die KS Betriebs GmbH in St. Kanzian am Klopeiner See mit Passiva von 1,66 Millionen Euro, gefolgt von der TWOOD Handels GmbH in Stein im Jauntal (894.000 Euro) und der TB Treu Bau GmbH in Bleiburg/Pliberk (779.000 Euro). Auch wenn die aktuellen Zahlen vielversprechend erscheinen, wird die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 stark von der Inflations- und Kostenentwicklung abhängen. Laut Wirtschaftsforschern wird eine rückläufige Inflation und ein moderater BIP-Zuwachs erwartet, jedoch bleibt die genaue Auswirkung auf die Unternehmen unklar. KSV1870 rechnet damit, dass das Insolvenzniveau 2026 ähnlich dem von 2025 sein könnte.

Privatkonkurse im Bezirk Völkermarkt

Im Jahr 2025 wurden im Bezirk Völkermarkt 35 Privatkonkurse eröffnet, was einen Rückgang um 20 Prozent im Vergleich zu 44 Fällen im Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung liegt jedoch unter dem Kärntner Trend, der einen Anstieg um 2,8 Prozent verzeichnet. Die aktuellen Zahlen deuten auf eine gewisse Krisenresistenz der Privatpersonen hin, wobei die Lage der Privatkonkurse stark vom Arbeitsmarkt abhängt. Die steigende Zahl arbeitssuchender Personen erhöht das Risiko weiterer Insolvenzen, insbesondere bei Langzeitarbeitslosen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt das Auslaufen des dreijährigen Tilgungsplans im Juli 2026, da KSV1870 eine Verlängerung für Verbraucher ablehnt.

Rund ein Drittel der Privatkonkurse wird durch übermäßigen Konsum verursacht, wobei die Corona-Pandemie nur eine marginale Rolle spielt. Eine Novelle im Jahr 2021 hat die Gläubiger zusätzlich belastet, da die Rückzahlungen pro Fall um 31 Prozent gesenkt wurden. Es könnte daher kurzfristig zu einem Anstieg der Insolvenzen im Jahr 2026 kommen.

Überblick über die Unternehmensinsolvenzen in Österreich

<pLaut einer aktuellen Analyse ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2025 um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, mit rund 3.500 insolventen Unternehmen. In 1.325 Fällen wurde das Insolvenzverfahren aufgrund mangelnder Kostendeckung nicht eröffnet, was einen Anstieg von 10,5 Prozent bedeutet. Besonders betroffen sind Branchen wie Handel, Bauwirtschaft sowie Gastronomie und Hotellerie. Die Passivseite der betroffenen Unternehmen hat sich um nahezu 57 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro verringert, was vor allem auf den Rückgang der Großinsolvenzen zurückzuführen ist.

Im ersten Halbjahr 2025 beantragten zudem 4.526 Personen ein Schuldenregulierungsverfahren, was einen Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die durchschnittliche Verschuldung pro Schuldner stieg jedoch von 117.000 auf 125.000 Euro. KSV1870 prognostiziert für 2025 zwischen 6.500 und 7.000 Unternehmenspleiten, was die Notwendigkeit für präventive Maßnahmen verdeutlicht.

Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die Kleine Zeitung sowie den exxpress.