Der Gastronom Dietmar Ronacher hat am 1. Oktober 2025 den Schlosswirt in St. Peter am Wallersberg neu eröffnet. Diese Eröffnung fand nach neun Jahren Leerstand statt und zog rund 400 Gäste an. Der Schlosswirt-Saal, der kürzlich für die Faschingssitzungen der Faschingsgilde St. Peter am Wallersberg genutzt wurde, sollte offenbar neuen Schwung in die lokale Gastronomieszene bringen. Doch die Freude währte nicht lange, denn nur wenige Monate später wurde ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Dietmar Ronacher am Landesgericht Klagenfurt eröffnet, wie die Kleine Zeitung berichtet.

Ronacher, der auch für seinen Imbisswagen in Völkermarkt bekannt ist und einen Cateringdienst betreibt, sah sich mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Laut Informationen von 5min.at belaufen sich seine Verbindlichkeiten auf 318.000 Euro, während die Aktiva lediglich 65.000 Euro betragen. Die Ursachen für die Insolvenz sind vielfältig: verändertes Gästeverhalten, gestiegene Personalkosten und ein Einbruch im Cateringgeschäft haben die wirtschaftliche Lage erheblich beeinträchtigt. Die laufenden Kosten für den Pachtbetrieb übersteigen zudem die ursprünglichen Planungen.

Die Auswirkungen der Insolvenz

Die Insolvenz hat weitreichende Folgen; 22 Gläubiger sowie vier Dienstnehmer sind betroffen. Gläubigerforderungen können bis zum 23. März 2026 angemeldet werden, während die Klagenfurter Rechtsanwältin Kornelia Kaltenhauser als Insolvenzverwalterin eingesetzt wurde. Ronacher plant, die Gastbetriebe zu schließen, was die ohnehin angespannte Situation noch verschärfen dürfte.

Die wirtschaftliche Lage in der Gastronomie ist nicht nur ein lokales, sondern ein übergeordnetes Problem. Aktuelle Prognosen von CRIF zeigen, dass die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomiebranche 2024 voraussichtlich um über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen wird. Dies spiegelt sich in einem Anstieg auf 1.190 Insolvenzen wider, nachdem bereits 2023 die Zahl der Insolvenzen um 35 Prozent auf 906 Fälle gestiegen war. Hohe Inflation, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen sowie der Trend zum Homeoffice belasten viele Betriebe, insbesondere das Mittagsgeschäft, was zu erheblichen Einnahmeverlusten führt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Situation ist nicht nur für Ronacher alarmierend. Vielmehr zeigt sich eine Zweiteilung in der Branche: Während beliebte Restaurants gestiegene Kosten an die Gäste weitergeben können, kämpfen andere um ihr Überleben. Gastronomiebetriebe, die bereits vor der Pandemie finanziell angeschlagen waren, zögern oft, Preiserhöhungen umzusetzen, was die Lage zusätzlich verschärft. Laut dem Bonitätsindex hat sich die Lage zwar leicht verbessert, dennoch bleibt der Anteil der insolvenzgefährdeten Betriebe hoch, was auf eine anhaltend kritische Situation in der Gastronomie hindeutet.

In Anbetracht dieser Entwicklungen wird deutlich, dass die Gastronomie vor großen Herausforderungen steht, die weitreichende Konsequenzen für die Branche und die Beschäftigten mit sich bringen können. Der Fall von Dietmar Ronacher ist nur ein weiteres Beispiel für die Unsicherheiten, die derzeit viele Gastronomen in Österreich und darüber hinaus betreffen.