In einer Zeit, in der Smartphones und soziale Medien unseren Alltag dominieren, wagt das Alpen-Adria-Gymnasium Völkermarkt einen mutigen Schritt. Im Rahmen des Projekts „Drei Wochen Handyentzug“ nehmen Schüler und Schülerinnen an einer spannenden Challenge teil, die ursprünglich aus einem Schulprojekt in Niederösterreich hervorgegangen ist. Diese Initiative, die im April 2025 mit 69 Schülern eines Gymnasiums in Gänserndorf begann, hat sich nun bis nach Völkermarkt ausgedehnt und wird von der ORF-Redakteurin Lisa Gadenstätter dokumentiert. Die Dokumentation „Drei Wochen Handyentzug: Das Experiment“ wurde bereits im Herbst auf ORF 1 ausgestrahlt und hat aufgrund der großen Resonanz dazu geführt, dass das Projekt nun auf weitere Schulen in Österreich ausgeweitet wird.
Vom 4. bis 24. März 2026 beteiligen sich mehrere Schulen, darunter das Alpen-Adria-Gymnasium, an dieser Challenge. Die Schüler analysieren ihre persönliche Bildschirmzeit und setzen sich individuelle Ziele: sei es ein vollständiger Verzicht auf das Smartphone, eine Reduzierung des Social Media Konsums oder die Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit. Die Erfahrungen werden in einem Tagebuch festgehalten und im Unterricht reflektiert, was zu einer intensiven Diskussion über Alternativen zum Smartphone führt, wie etwa Sport, kreative Aktivitäten und persönliche Gespräche.
Positive Rückmeldungen und familiäre Auswirkungen
Die ersten Rückmeldungen aus dem Alpen-Adria-Gymnasium zeigen gemischte, aber insgesamt positive Ergebnisse. Handys bleiben in den Pausen häufiger in der Tasche, was zu mehr persönlichen Interaktionen führt. Die Schüler motivieren sich gegenseitig, das Experiment fortzusetzen. Bemerkenswert ist, dass das Projekt nicht nur Auswirkungen auf die Schüler hat, sondern auch auf die Familien zu Hause. Viele Familien versuchen gemeinsam, ihre Bildschirmzeiten zu reduzieren, und der bewusste Medienkonsum wird im Familienalltag stärker diskutiert. Solche Gespräche fördern den Austausch über digitale Medien und deren Nutzung.
In einer Zeit, in der über 25% der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien in problematischem Ausmaß nutzen und etwa 5% als abhängig gelten, ist es wichtig, solche Initiativen zu unterstützen. Laut einer DAK-Studie zeigen sich Suchtprobleme bei Gaming und Social Media 2024 leicht zurückgegangen, liegen aber immer noch über dem Niveau von 2019. Die durchschnittliche Nutzung von Social Media beträgt mittlerweile über 2,5 Stunden pro Wochentag, was eine halbe Stunde mehr als 2019 bedeutet.
Medienkompetenz im Fokus
Die Diskussion über Medienkompetenz wird durch das Projekt weiter angeheizt. Experten fordern, dass Medienkompetenz als Schulfach eingeführt wird, um Kinder und Jugendliche besser auf den Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten. Die WHO hebt die Notwendigkeit hervor, mehr in gesundheitsfördernde schulische Umgebungen zu investieren und evidenzbasierte Programme zu entwickeln. In diesem Kontext ist es entscheidend, dass Eltern und Lehrer gemeinsam an einem Strang ziehen, um Kinder in ihrem digitalen Alltag zu unterstützen.
Besonders Mädchen zeigen eine höhere problematische Nutzung sozialer Medien, während Jungen häufiger digitale Spiele spielen und eher problematische Gewohnheiten entwickeln. Die Wichtigkeit von Altersbeschränkungen für soziale Medien und die Förderung eines offenen Dialogs über digitales Wohlbefinden in Familien und Schulen wird von Fachleuten immer wieder betont. Die Herausforderungen, die mit der Nutzung digitaler Medien einhergehen, machen deutlich, dass es an der Zeit ist, Verantwortung zu übernehmen – sowohl als Individuen als auch als Gesellschaft.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Experiment am Alpen-Adria-Gymnasium nicht nur ein Schritt in Richtung mehr Medienkompetenz ist, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über die Auswirkungen von Smartphones und sozialen Medien auf die Entwicklung junger Menschen. Es bleibt spannend zu beobachten, welche langfristigen Effekte diese Initiative auf die Schüler, deren Familien und die Gesellschaft insgesamt haben wird. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie in dem Artikel auf VK24.





