Die Bauindustrie in Völkermarkt zeigt derzeit einen vorsichtigen Optimismus, nachdem die Branche im Vorjahr stagnierte. Es wird jedoch erwartet, dass das Niveau vor der Coronapandemie nicht mehr erreicht wird. Die Herausforderungen sind vielfältig: Bürokratie und Fachkräftemangel sind große Themen, die die Unternehmen belasten. Trotz dieser Hürden wird ein leichter Aufwärtstrend in der Bauwirtschaft prognostiziert, mit einem österreichweiten Plus von 0,2 Prozent für das Jahr 2026. Kleinere Bauunternehmen profitieren von ihrer Flexibilität und sind weniger vom Fachkräftemangel betroffen, während sich die Materialpreise stabilisiert haben und den Firmen mehr Planungssicherheit bieten (Kleine Zeitung).

Ein Blick auf die gesamtdeutsche Bauwirtschaft zeigt, dass die Branche personelle und maschinelle Kapazitäten an die Nachfrage nach Bauleistungen anpasst. Von 2009 bis 2023 wurden etwa 500.000 Personen im Bauhauptgewerbe eingestellt, was, abzüglich der Rentenabgänge, ein Plus von 222.000 Personen ergibt. Dennoch wurde 2024 erstmals seit 2008 Personal abgebaut – um 1,2 % (11.500 Stellen) auf 916.000. Während im Tiefbau ein Beschäftigungsaufbau stattfand, gab es im Hochbau einen Abbau. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit eines stabilen Baukonjunkturs, um nachhaltig Kapazitäten aufzubauen (Bauindustrie).

Herausforderungen und Chancen

Die Bauunternehmen sehen sich nun mit einem Fachkräftemangel konfrontiert, der als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung wahrgenommen wird. Rund 59 % der befragten Bauunternehmen machen den Fachkräftemangel für ihre Unsicherheiten verantwortlich, was einen Rückgang im Vergleich zu vorherigen Umfragen darstellt. Der Arbeitsmarkt hat sich jedoch leicht entspannt, und die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen sank in den ersten drei Quartalen um 3,5 % auf 42.500. Zudem wurde die Beschäftigungsprognose für 2025 von einem Rückgang um 0,7 % auf einen leichten Anstieg revidiert (Bauindustrie).

Die Ausbildungssituation im Bauhauptgewerbe ist ebenfalls von Bedeutung. Ende 2024 lagen die neuen Ausbildungsverhältnisse bei 12.340, während rund 19.800 Mitarbeiter in den Ruhestand gingen. Erfreulich ist der Anstieg der Ausbildungsverhältnisse im ersten Lehrjahr um 10,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Zahl der Absolventen eines Bauingenieurstudiums, die 2024 bei 10.458 lag – mehr als doppelt so hoch wie 2008. Dies könnte ein Lichtblick für die Branche sein, die dringend Fachkräfte benötigt (Bauindustrie).

Ausblick auf die Baukonjunktur

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bietet jährlich einen Überblick über die Entwicklung in der Baukonjunktur und hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte Baugewerbe darzustellen. Die Berichterstattung fokussiert sich traditionell stark auf das Bauhauptgewerbe, während das Ausbaugewerbe mittlerweile größere Anteile am Bauvolumen in Deutschland hat. Die Prognosen zur künftigen Entwicklung im Baubereich sind entscheidend, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen (BBSR).

Insgesamt wird die Bauwirtschaft in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen stehen, aber auch Chancen nutzen müssen, um sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen. Die Flexibilität kleinerer Unternehmen und die jüngsten Entwicklungen in der Ausbildung könnten dabei helfen, die nötigen Fachkräfte zu gewinnen und die Branche zukunftsfähig zu gestalten.