Am 15. Februar 2025 erschütterte ein islamistischer Terroranschlag die Stadt Villach während der Faschingsfeierlichkeiten. An einem kalten, klaren Wintertag stach ein 23-jähriger Angreifer, ein gebürtiger Syrer, auf Passanten ein, wobei er tragischerweise einen 14-Jährigen tötete und fünf weitere schwer verletzte. Bürgermeister Günther Abel beschreibt die verheerenden Auswirkungen dieses Anschlags, der als einer der dunkelsten Momente in der Geschichte der Stadt gilt. Der mutmaßliche Täter, der erst kurz vor der Tat mit einem Klappmesser, das er am 12. Februar 2025 erwarb, handelte, prahlte nach seiner Festnahme mit dem Anschlag im Namen des Islamischen Staates.
Ein 42-jähriger Lieferant konnte den Angreifer mit seinem Auto stoppen, und die Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt. Die Stadt reagierte mit einem Gedenkmarsch, an dem 4.000 Menschen teilnahmen, und verhängte eine Trauerwoche. Infolge des Anschlags wurden alle Sitzungen der Faschingsgilde sowie der geplante Faschingsumzug abgesagt, was zu einem finanziellen Schaden in sechsstelliger Höhe führte. Die Gilde schloss sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte an. Der Prozessbeginn im Straflandesgericht Klagenfurt wird für April 2026 erwartet, mit Anklagen wegen Terrorismus, Mord und mehrfachen versuchten Mord.
Veränderungen in Villach
Der Anschlag führte zu einer Debatte über die Migrations- und Asylpolitik in Österreich. Innenminister Gerhard Karner kündigte anlasslose Massenüberprüfungen bestimmter Zielgruppen an, insbesondere Asylwerber aus Syrien und Afghanistan. In der Folge wurden über 22.300 Menschen in Grundversorgungseinrichtungen überprüft, und der Verfassungsschutz wurde 31 Mal alarmiert. Zudem wurde das einzige Bundes-Asylquartier in Villach-Langauen geschlossen, was die bereits angespannte Lage in der Stadt weiter verschärfte.
Die Vergaberichtlinien für geförderte Wohnungen wurden ebenfalls verschärft, was die Sorgen der Bürger weiter verstärkte. Geschäfte in der Innenstadt schlossen bald nach dem Anschlag, während die Imbissläden gut besucht waren. Eine Gruppe Jugendlicher, die den Hauptplatz über die Draubrücke verlassen wollte, stellte fest, dass dies unmöglich war – ein Bild, das die Verwirrung und Angst der Bevölkerung widerspiegelt.
Ein wichtiges Thema für die Gesellschaft
Der Terroranschlag in Villach ist Teil einer besorgniserregenden Entwicklung in westlichen Demokratien, in denen die Häufigkeit terroristischer Anschläge in den letzten Jahren zugenommen hat. Terrorismus wird als Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele verstanden und ist häufig das Werk nichtstaatlicher Akteure. Bekannte Gruppen wie der Islamische Staat und Al Qaida stehen im Mittelpunkt dieser Problematik.
Obwohl der Terrorismus in Deutschland an Relevanz verloren hat, glauben immer noch 41% der Deutschen, dass ein Terroranschlag wahrscheinlich ist. 2021 wurden in der EU rund 388 Personen im Kampf gegen den Terror festgenommen, wobei 260 Festnahmen einen religiös motivierten Hintergrund hatten. In Deutschland sind Einrichtungen wie der BND, der Verfassungsschutz und der MAD aktiv in der Terrorabwehr tätig.
Am Jahrestag des Anschlags wird es keine offiziellen Gedenkveranstaltungen geben, jedoch findet eine ökumenische Gedenkmesse in der Stadtpfarrkirche statt, um der Opfer zu gedenken und die Gemeinschaft in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Der Anschlag bleibt ein schmerzhaftes Kapitel in der Geschichte Villachs, das sowohl die lokale als auch die nationale Diskussion über Sicherheit und Integration prägen wird. Für detaillierte Informationen zu den Ereignissen und deren Folgen lesen Sie auch den Artikel auf kurier.at und kleinezeitung.at.