In Villach-Warmbad steht ein bedeutendes Hochwasserschutzprojekt in der Genehmigungsphase. Dieses Vorhaben soll insbesondere die Sicherheit von Gebäuden, Straßen und der wichtigen Südbahnstrecke bei Hochwasser gewährleisten. Die Stadt Villach ist für die Umsetzung zuständig, während der Gefahrenzonenplan des Landes die erforderlichen Schutzmaßnahmen vorgibt. Zu den geplanten baulichen Maßnahmen zählen unter anderem der Bau von zwei großen Rückhaltebecken, eines bei der alten Schießstätte und eines an der Hungerbach-Quelle, sowie die Erhöhung des Uferbereichs im Kurpark und die Vertiefung der Bachsohle.

Das Projekt hat das ehrgeizige Ziel, elf Gebäude, darunter die Kärnten Therme und den Warmbaderhof, sowie verschiedene Straßen und die Südbahnstrecke bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen. Verantwortliche Planer bezeichnen die vorgeschlagene Variante als die umweltverträglichste. Es wurde jedoch zugesichert, dass die beliebten Erholungsgebiete wie das „Maibachl“ und die Badebecken von den Bauarbeiten nicht betroffen sein sollen.

Bürgerinitiative formiert sich

<pTrotz dieser positiven Ansätze regt sich Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet das Naturjuwel Warmbad“ hat sich formiert und bereits tausende Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Kritische Stimmen fragen sich, ob die Notwendigkeit der geplanten Dämme wirklich gegeben ist. Außerdem gibt es Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das Maibachl sowie mögliche Eingriffe in das geschützte „Natura 2000“-Gebiet. Die hohen Kosten für die Allgemeinheit und die Dringlichkeit der Maßnahmen stehen ebenfalls zur Diskussion.

Am 26. Februar wird im Regionalbüro der Kleinen Zeitung Villach eine Diskussionsveranstaltung stattfinden, bei der die Hauptfrage im Raum steht: „Ist das Naherholungsgebiet Villach-Warmbad durch den geplanten Hochwasserschutz bedroht?“ An der Diskussion werden unter anderem Stadtrat Harald Sobe von der SPÖ, Gernot Enzinger von der Abteilung Hochwasserschutz und Helmut Teissl von der Bürgerinitiative teilnehmen. Interessierte Bürger können sich unter diskussionktn@kleinezeitung.at anmelden.

Ein notwendiger Schutz oder ein Eingriff in die Natur?

Die Thematik des Hochwasserschutzes ist nicht nur in Villach-Warmbad von Bedeutung, sondern stellt ein übergeordnetes Umweltproblem dar. Laut dem Umweltbundesamt sind ufernahe Deiche für viele Überschwemmungsflächen verantwortlich, die Flüsse von ihren natürlichen Auen abtrennen. Nur noch 20 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen an großen Strömen sind erhalten geblieben, was die Notwendigkeit von Hochwasserretentionsflächen unterstreicht. Diese Flächen können den Verlauf von Hochwasserwellen dämpfen, indem sie Wasser zwischenspeichern und zurückhalten.

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fordert die Schaffung größerer Flächen für die Ausuferung von Flüssen, um bestimmte Nutzungen freizuhalten und Rückhalteflächen zu erhalten. Renaturierungsprojekte können dabei helfen, Gewässern mehr Raum für natürliche Entwicklungen zu geben und die Ökosystemleistungen von Fließgewässern zu stärken. In Anbetracht dieser umfassenden Zusammenhänge bleibt abzuwarten, wie sich das Hochwasserschutzprojekt in Villach-Warmbad entwickeln wird und ob es gelingt, sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch den Erhalt der Natur in Einklang zu bringen.