Im Kärntner Bezirk Hermagor hat ein dramatischer Vorfall am Steinberger Klettersteig stattgefunden. Ein 59-jähriger Italiener stürzte am Samstagvormittag über 30 Meter in die Tiefe und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Der Mann war gemeinsam mit seinem Hund und einem 30-jährigen Bekannten unterwegs, als sich das Unglück ereignete. Rund 40 Meter nach dem Einstieg entschied er sich, den Abstieg zu wagen, während sein Begleiter weiterging. Plötzlich hörte dieser Steinschlag und kehrte um, wo er seinen verletzten Freund auf einem Plateau unterhalb der Felswand fand. Glücklicherweise konnte der Alpinist rasch geborgen werden – das Team des Rettungshubschraubers holte ihn mit einem Tau und brachte ihn ins Unfallkrankenhaus Klagenfurt.

Doch das war nicht der einzige Zwischenfall an diesem Tag in Kärnten. Ein 51-jähriger Paragleiter startete am Gerlitzengipfel, wurde jedoch kurz nach dem Abheben von einer Windböe erfasst und prallte gegen einen Hang. Auch er musste ins Unfallkrankenhaus Klagenfurt geflogen werden. Solche Vorfälle werfen Licht auf die Gefahren des Bergsports, die sich in Zahlen niederschlagen. Laut dem Deutschen Alpenverein gab es zwischen 2011 und 2022 zahlreiche Unfälle im alpinen Bergsport, wobei die Zahlen sowohl in der Kategorie insgesamt als auch bei den tödlichen Unfällen anstiegen, wie Statista berichtet.

Bergsport: Ein Hochrisikofeld

Besonders betroffen sind Klettersteige, die immer beliebter werden. Aktuelles Beispiel ist der Klettersteig Donnerkogel, auf dem ein 21-jähriger Brite am Dienstag stürzte. Der junge Mann wollte an der „Himmelsleiter“ Fotos machen und fiel über eine steile Schotterverschneidung etwa 40 Meter in die Tiefe. Trotz der sofortigen Alarmierung und des Einsatzes von 13 Bergrettern, musste die Taubergung abgebrochen werden, da die Himmelsleiter den Hubschraubern im Weg stand. Letztendlich wurde der Verletzte unter schwierigen Bedingungen in der Dunkelheit in ein Klinikum geflogen. Dies zeigt, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen im Bergsport sind, zumal der Brite ohne Helm und mit leichtem Schuhwerk unterwegs war, was in der Szene nicht gut ankommt.

Der Klettersteig führt auf den Gipfel des Großen Donnerkogel (2050 m) und ist bekannt für seine herausfordernden 470 Klettermeter in der Schwierigkeit C/D. Auch die 2017 installierte Himmelsleiter ist umstritten: Zwar hat sie die Besucherzahlen erhöht, doch der Standort über einer Kletterroute von Alpinpionier Paul Preuß ist in den Augen vieler Kletterer problematisch.

Die Vorfälle der letzten Tage sollten ein Warnsignal für alle Bergsportler sein. Sicherheit und Achtsamkeit sollten immer an erster Stelle stehen, besonders wenn man sich in unwegsamem Terrain bewegt. Bergsport kann eine großartige Erfahrung sein, doch wie die jüngsten Ereignisse zeigen, birgt er auch Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Bleiben Sie also stets vorsichtig auf Ihren Wegen und genießen Sie die Natur, aber denken Sie an Ihre Sicherheit!