Am Dienstagabend, dem 10. Februar, ereignete sich auf der Tauernautobahn (A10) ein tragischer Unfall, der zwei Menschenleben forderte. Ein 52-jähriger Geisterfahrer aus Österreich, der in Deutschland lebte, fuhr gegen 17.30 Uhr bei Paternion falsch auf die Autobahn. Der Unfall passierte kurz vor Spittal Ost auf der Überholspur der Richtungsfahrbahn Villach. Die Kollision zwischen dem Geisterfahrer und einer 25-jährigen Frau aus dem Bezirk Hermagor endete tödlich für beide Fahrer.
Die 25-Jährige wurde von Ersthelfern aus ihrem Fahrzeug gezogen, doch der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Der 52-Jährige war ebenfalls in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr geborgen werden, auch hier wurde nur noch der Tod festgestellt. Die A10 blieb in Fahrtrichtung Villach bis etwa 21.30 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Im Einsatz waren mehrere Feuerwehren, ein Notarzt sowie ein Rettungshubschrauber, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Eine Autofahrerin, die dem Geisterfahrer ausweichen konnte, berichtete, dass sie mit 120 km/h auf der Überholspur fuhr und den Geisterfahrer nicht rechtzeitig wahrnahm (Quelle).
Ursachen und Hintergründe der Geisterfahrt
Der Unfall auf der A10 ist nicht nur ein tragisches Ereignis, sondern wirft auch die Frage nach den Ursachen und Hintergründen von Geisterfahrten auf. Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) kommen jährlich etwa 2.000 Falschfahrten auf Autobahnen in Deutschland vor. Diese Unfälle sind zwar selten, jedoch oft tödlich. Im Jahr 2021 gab es beispielsweise 83 Geisterfahrerunfälle mit 24 Todesfällen. Die UDV stellt fest, dass bisherige Maßnahmen zur Verhinderung von Falschfahrten nur eine begrenzte Wirkung hatten.
Besonders häufig treten Falschfahrten an Wochenenden, nachts und bei geringer Verkehrsdichte auf. Betroffene sind meist ältere, männliche Fahrer ohne Begleitung. Emotionale Instabilität, niedrige Selbstkontrolle und ein unterdurchschnittliches Sicherheitsbewusstsein sind weitere Faktoren, die bei Falschfahrern häufig vorkommen. Alkohol und Betäubungsmittel spielen ebenfalls eine Rolle. Die Hauptursachen für solche Unfälle sind das falsche Einfahren auf die Autobahn, Wenden im fließenden Verkehr und falsches Verlassen von Rastplätzen (Quelle).
Maßnahmen zur Reduzierung von Falschfahrten
Um die Zahl der Falschfahrten zu reduzieren, sind verschiedene Maßnahmen denkbar. Dazu zählen unter anderem eine verbesserte Infrastruktur, angepasste Fahrzeugtechnik und die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer. Klarere Kennzeichnungen von Auf- und Abfahrten sowie bauliche Trennungen könnten dazu beitragen, die Sicherheit auf Autobahnen zu erhöhen. Auch moderne Fahrzeugtechniken zur Erkennung von Falschfahrten sowie App-basierte Systeme, die Warnungen verbreiten, könnten hilfreich sein. Im Falle einer Geisterfahrermeldung ist es wichtig, rechts zu fahren, nicht schneller als 80 km/h zu fahren, nicht zu überholen und das Warnblinklicht einzuschalten.
Die Tragödie auf der Tauernautobahn zeigt, wie schnell es zu einem solchen Unglück kommen kann. Es ist unerlässlich, dass sowohl die Verkehrsteilnehmer als auch die zuständigen Behörden wachsam bleiben und geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Risiko von Geisterfahrten zu minimieren. Die Erinnerung an die beiden verstorbenen Fahrer sollte uns alle dazu anregen, sicherer zu fahren und die eigene Wahrnehmung im Straßenverkehr zu schärfen (Quelle).