Am 25. Februar 2026 verstarb Arno Artner nach schwerer Krankheit. Der am 19. April 1949 in Klein St. Paul geborene Musiker hinterlässt ein großes Erbe in der Kärntner Chorlandschaft. Als „Altmeister“ an der Blockflöte und erfahrener Chorleiter trug er maßgeblich zur Pflege des Kärntner Volksliedguts bei. Artner arbeitete viele Jahre als Flötenlehrer an verschiedenen Musikschulen, unter anderem an der nach seinem Onkel Norbert Artner benannten Musikschule in St. Veit. Sein Engagement für die Musik und die Chöre, die er leitete, wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Zu den von ihm geleiteten Chören zählen der Gemischte Chor Wietersdorf, die Chorgemeinschaft Funder, der Krankenhauschor St. Veit, der MGV Kärntnertreu, der Gemischte Chor Liebenfels, der MGV Seerösl Krumpendorf/Moosburg sowie der Singkreis Schloss Mageregg. Besonders bemerkenswert ist, dass Artner über zwei Jahrzehnte lang den Volksliedchor St. Veit/Glan leitete und im Sommer 2023 offiziell von dieser Position zurücktrat. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Kärntner Lorbeer“ in Gold im Jahr 2008, überreicht von Landeshauptmann Gerhard Dörfler.

Ein vielseitiger Künstler

Artner war nicht nur ein talentierter Blockflötist, sondern auch ein aktiver Komponist. Er schuf zahlreiche Lieder für die Chöre, die er leitete, und komponierte auch geistliche Werke, darunter die Messe „Du rufst uns Herr“ (2020) und die „Karnburger Messe“ (2024). Neben seiner Tätigkeit als Chorleiter war er seit 2009 als Sänger und stellvertretender Chorleiter beim Kirchenchor Karnburg aktiv. Seine Leidenschaft für klassische Musik zeigte sich auch in seiner Mitwirkung an Instrumentalkonzerten in der Pfalzkirche Karnburg.

Zuletzt war Arno Artner auch als Saxophonist beim Musikverein Maria Saal tätig. Die Verabschiedung findet am Montag, den 9. März 2026, um 15 Uhr im Zeremonium in St. Veit statt, während die Urnen-Beisetzung zu einem späteren Zeitpunkt im Familienkreis erfolgen wird.

Die Bedeutung des Kärntner Liedes

Artner war ein wichtiger Teil der lebendigen Tradition des Kärntner Liedes, das eine besondere Bedeutung in der österreichischen Musikwelt hat. Trotz rückläufiger Entwicklungen in anderen Ländern bleibt das Kärntner Lied durch engagierte Chöre lebendig. Alte Kärntner Lieder verbinden Lebensweisheit, Heimatliebe und Treue zum Vaterland und thematisieren Arbeit, die Schönheit des Landes sowie Feste und Liebe. In der Zwischenkriegszeit sammelten Volksmusiker alte Lieder, um das Kärntner Lied vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Entwicklung neuer Kärntner Lieder nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch verschiedene Chöre und Komponisten unterstützt, was zu einem Anstieg aktiver Sänger führte. Die Corona-Pandemie stellte jedoch auch diese Tradition vor Herausforderungen, da die Zahl aktiver Sänger zurückging und der Gesang in Schulen an Bedeutung verlor. Dennoch finden viele junge Menschen ihren Weg zu Chören, und die geografische Abgeschlossenheit Kärntens sowie der kulturelle Austausch mit Italien und Slowenien fördern eine unverwechselbare Klangfarbe des Kärntner Liedes.

Bildungs- und Kulturarbeit in Kärnten

Die kulturelle Arbeit in Kärnten wird durch verschiedene Bildungsinitiativen unterstützt, wie beispielsweise die Lehrgänge des Kärntner Bildungswerks. Diese richten sich an Personen, die ihre Gemeinde aktiv mitgestalten wollen. Die Module umfassen Themen wie Erwachsenenbildung, Veranstaltungsplanung und Öffentlichkeitsarbeit. Der Austausch von Erfahrungen zwischen Teilnehmer:innen und Referent:innen fördert die lokale Bildungs- und Kulturarbeit.

Insgesamt zeigt das Lebenswerk von Arno Artner, wie wichtig engagierte Musiker und Chorleiter für die Bewahrung und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes in Kärnten sind. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird, doch die Tradition des Kärntner Liedes und die Aktivitäten der Chöre werden weiterhin Bestand haben.