Am kommenden Samstag, dem 7. März, erwartet die Stadt St. Veit an der Glan ein emotionaler Abschied. Gastronom Peter Lauko lädt die Bevölkerung ein, im Bieradies am St. Veiter Hauptplatz ein letztes Mal gemeinsam zu feiern. Von 16 bis 2 Uhr wird es dort kalte Getränke und gute Gesellschaft geben, und Lauko hofft auf einen würdigen Abschied für seine Bar, die nach diesem Abend endgültig seine Türen schließen wird. Die Einladung zur Teilnahme erfolgt über Facebook, wo der Gastronom seine Verbundenheit mit den Gästen betont und die Bedeutung des Abschieds hervorhebt. Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie in einem Artikel von meinbezirk.at.
Die Schließung des Bieradies ist das Ergebnis eines Sanierungsverfahrens, das am Landesgericht Klagenfurt eröffnet wurde. Die Bar hat Schulden in Höhe von 387.000 Euro, während die Aktiva lediglich 98.600 Euro betragen. Die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens ist auf außergewöhnliche Faktoren zurückzuführen, darunter behördliche Schließungen und strukturelle Veränderungen im Nachtleben. Um die Bar möglicherweise wieder auf die Beine zu stellen, wurde ein Sanierungsplan eingereicht, der eine Fortführung des Betriebs vorsieht. Die Gläubiger sollen eine Quote von 20 Prozent erhalten. Der Insolvenzverwalter Robert Suppan wird die weitere Vorgehensweise leiten. Wichtige Termine im Verfahren sind der 16. März für die Berichtstagsatzung und der 13. April für die Sanierungsplantagsatzung, wie aus den Informationen von kleinezeitung.at hervorgeht.
Hintergrund der Schließungen in der Gastronomie
Die Schließung des Bieradies ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern spiegelt auch die aktuellen Herausforderungen wider, mit denen die Gastronomiebranche in ganz Deutschland konfrontiert ist. Seit 2020 gab es etwa 48.000 Schließungen, die stark durch die Krisen der letzten Jahre, insbesondere durch Inflation und gestiegene Kosten, beeinflusst wurden. Die Umsätze und Erträge in der Gastronomie liegen preisbereinigt unter dem Niveau von 2019. Zwischen 2022 und 2023 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie um 27 % – ein Befund, der über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Besonders betroffen sind junge Unternehmen, die maximal fünf Jahre alt sind und fast die Hälfte aller Insolvenzen ausmachen. Ein Anstieg der Insolvenzen um 30 % wurde 2023 bei diesen jungen Gastronomieunternehmen verzeichnet. Die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen Anfang des Jahres hat die Situation zusätzlich verschärft, wie aus den Analysen von Creditreform hervorgeht.
Die Schließung des Bieradies ist somit ein Beispiel für die Herausforderungen, denen Gastronomiebetriebe gegenüberstehen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Branche von diesen Rückschlägen erholen kann, und ob die geplanten Sanierungsmaßnahmen der Bar Erfolg haben werden.