Am 18. Februar 2026 wurde ein 59-jähriger Mann in Spittal am Hinterkopf von einem fallenden Baum getroffen, während er Forstarbeiten durchführte. Der Vorfall ereignete sich um 16:40 Uhr und wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren, die mit der Waldarbeit verbunden sind. In den letzten Jahren ist die Zahl der Unfälle in der Forstwirtschaft gestiegen, was auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen ist.
Im Jahr 2022 stiegen die Unfallzahlen bei der Waldarbeit leicht an, nachdem sie in den fünf Jahren zuvor gesunken waren. Laut der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wurden 4.302 Arbeitsunfälle im Forst registriert, was einem Anstieg von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders alarmierend ist, dass 33 Menschen ihr Leben bei der Waldarbeit verloren. Der Anstieg der Unfälle wird unter anderem auf eine verstärkte Brennholzaufarbeitung zu Jahresbeginn zurückgeführt, möglicherweise auch im Zusammenhang mit gestiegenen Energiekosten.
Unfallrisiken in der Waldarbeit
Bei den Fällarbeiten erlitten 737 Personen Unfälle, wobei hier ein Abwärtstrend zu verzeichnen ist. Dennoch ist das Risiko bei bestimmten Tätigkeiten weiterhin hoch. Die SVLFG dokumentierte, dass der höchste Anteil der tödlichen Unfälle – 24 von 33 – durch Baumteile verursacht wurde. Es ist alarmierend, dass auch indirekte Folgen der Holzernte tödlich enden können, was zeigt, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen in dieser Branche sind.
Interessanterweise verunglückten 1.596 Personen bei Holzerntearbeiten, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Hierbei sind die Verletzungen durch Stolpern, Ausrutschen oder Stürzen auf Waldboden mit 957 Fällen besonders häufig. Auch Unfälle im Zusammenhang mit Forstseilwinden nahmen um 26 Prozent zu, was auf die Notwendigkeit von Schulungen und Sicherheitsmaßnahmen hinweist.
Statistik und Prävention
Das Unfallgeschehen in der Forstwirtschaft in Deutschland ist besorgniserregend. Um die Sicherheit der Waldarbeiter zu erhöhen, wurde eine Initiative zur Vereinheitlichung der Unfallstatistiken ins Leben gerufen. Diese Statistiken sollen helfen, relevante Unfallkennzahlen zu erheben, aufzubereiten und zu analysieren, um so bundesweite Vergleiche und Analysen zu ermöglichen. Die Bundesunfallstatistik soll die Grundlage für die Verbesserung der Unfallprävention bilden und einen Vergleich zwischen den Bundesländern ermöglichen.
Die SVLFG bietet zudem Broschüren und Informationen zur sicheren Waldarbeit an, die online heruntergeladen werden können. Fortbildungsmaßnahmen für Versicherte werden ebenfalls gefördert, um das Bewusstsein für Sicherheitsvorkehrungen zu schärfen. Zuschüsse variieren je nach Kursdauer, was die Teilnahme an Schulungen erleichtert.
Die tragischen Ereignisse, wie der Vorfall in Spittal, verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Sicherheit in der Forstwirtschaft zu priorisieren und Unfälle durch präventive Maßnahmen zu vermeiden. Die Zahlen und Berichte zeigen, dass trotz aller Bemühungen noch viel Arbeit vor uns liegt, um die Risiken für die Arbeiter im Wald zu minimieren.