Am 26. Februar 2026 unternahm eine unerfahrene vierköpfige Skitouren-Gruppe aus Wien, bestehend aus einer Frau und drei Männern, alle 22 Jahre alt, eine Skitour in der Ankogelgruppe in Mallnitz. Ausgerüstet mit der notwendigen Notfallausrüstung – LVS-Gerät, Sonde und Schaufel – starteten sie von der Bergstation der Ankogelbahn in Richtung Ankogel. Doch das Abenteuer nahm eine unerwartete Wendung.
Im Bereich des Lassacher Kees entschied die Gruppe, umzudrehen und in Richtung ihres Ausgangspunkts zurückzufahren. Gegen 14:20 Uhr löste die Gruppe dann im Bereich unterhalb der Grauleitenspitze eine Schneebrettlawine aus. Glücklicherweise wurden die vier Tourengeher von den Schneemassen nicht erfasst. Sie blieben an Ort und Stelle, setzten einen Notruf ab und wurden schließlich unverletzt von einem Polizeihubschrauber sowie zwei Beamten der Alpinen Einsatzgruppe Spittal an der Drau nach Mallnitz geflogen. Kurz nach dem Lawinenereignis gingen in der Aufstiegs- und Abfahrtsspur der Gruppe weitere Lawinen ab, was die Gefährlichkeit der Situation verdeutlicht.
Risikomanagement beim Skitourengehen
Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Lawinengefahr. In der Schweiz zwischen 1992/93 und 2011/12 war mehr als die Hälfte der von Lawinen betroffenen Personen komplett verschüttet, verletzt oder starb. Die Überlebensrate bei Ganzverschütteten liegt nur bei 56%. Daher ist es entscheidend, sich mit der Notfallausrüstung vertraut zu machen, die nicht nur mitgeführt, sondern auch richtig angewendet werden muss.
Die Standard-Notfallausrüstung umfasst LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Zusätzliche Ausrüstung wie ein Lawinenairbag und ein Helm kann die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen. Eine Studie des Deutschen Alpenvereins zeigt, dass 97% der befragten Skitourengruppen 2020 diese Ausrüstung mitführten, was im Vergleich zu früheren Jahren eine deutliche Verbesserung darstellt. Dennoch hatten ein Drittel der Gruppen keinen Biwaksack dabei, was für die Erstversorgung wichtig ist.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Die beste Überlebensstrategie ist die präventive Planung: Gute Tourenplanung, Routenwahl und schnelles Management im Notfall sind unerlässlich. Das Alarmieren der organisierten Rettung sollte so schnell wie möglich erfolgen. Die Entscheidungstools wie „SnowCard“ und „Lawinen-Mantra“ werden empfohlen, um in kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Ausbildungskurse der DAV-Sektionen vermitteln zudem den Umgang mit der Notfallausrüstung, was besonders für unerfahrene Tourengeher von großer Bedeutung ist.
Insgesamt zeigt der Vorfall der unerfahrenen Skitouren-Gruppe, dass auch mit der richtigen Ausrüstung und Planung das Risiko von Lawinenunfällen niemals vollständig ausgeschlossen werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen aus dieser Erfahrung lernen und zukünftige Touren sicherer gestalten können. Weitere Informationen zu ähnlichen Vorfällen und zur richtigen Ausrüstung finden Sie in den Berichten von MeinBezirk und Radio Graz.
Die Auseinandersetzung mit der Lawinengefahr ist nicht nur eine Frage der Ausrüstung, sondern auch des Wissens und der Erfahrung. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen die Berge für sich entdecken, ist es von essenzieller Bedeutung, sich umfassend zu informieren und gut vorbereitet in die Natur zu gehen.