Die Tauernautobahn A 10 ist eine der zentralen Verkehrsadern in Österreich, insbesondere während der Sommermonate, wenn die Reisewelle in Richtung Italien und Kroatien ansteigt. Sie erstreckt sich über etwa 193 Kilometer und verbindet die Städte Salzburg und Villach. Ein besonders kritischer Abschnitt ist der Tauerntunnel, der sich zwischen Flachauwinkl und Zederhaus erstreckt und oft als Staugebiet bekannt ist. Der Tunnel ist 6,8 Kilometer lang (Weströhre) und 6,5 Kilometer (Oströhre) und wurde 1975 eröffnet. Nach einem Brand im Jahr 1999 wurde die zweite Röhre von 2006 bis 2010 neu gebaut, sodass beide Röhren seit dem 30. Juni 2011 in Betrieb sind.
Der Tauerntunnel ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Europastraßen E55 und E66, sondern auch eine Sondermautstrecke, auf der keine Vignettenpflicht besteht. Die Maut für Pkw beträgt derzeit 14,50 Euro (Stand 1. Januar 2025) und kann bar, mit Kreditkarte oder digital bezahlt werden. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen nutzen die GO-Box. Besonders während Ferienzeiten und an Wochenenden, vor allem Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntag ab späten Nachmittagen, sind lange Staus zu erwarten. Aktuelle Baustellen, wie die Gegenverkehrsregelungen zwischen Zederhaus und dem Tauerntunnel, die bis November 2025 andauern, sowie die einspurige Befahrbarkeit zwischen Eben im Pongau und Flachauwinkl bis Ende 2027, verschärfen die Verkehrssituation.
Sanierungsarbeiten am Tauerntunnel
Ab 2027 stehen umfassende Sanierungsarbeiten am Tauerntunnel sowie am Katschbergtunnel an, die voraussichtlich bis 2033 dauern werden. Während dieser Zeit wird der Verkehr nur einspurig mit Tempolimits von 60 bis 80 km/h geführt. Prognosen deuten auf Rückstaus von bis zu 30 Kilometern während der Reisezeiten hin. Um den Ausweichverkehr zu minimieren, sind Fahrverbote und Abfahrtssperren entlang der A10 geplant. In der Hauptreisezeit Juli und August wird eine Sanierungspause eingelegt, um den Verkehr nicht zusätzlich zu belasten.
Die Generalsanierung umfasst auch die Modernisierung von Tunneltechnik, Beleuchtung, Belüftung, Brandmeldesystemen sowie Fluchtstollen und Fahrbahn. Auch Arbeiten an Portalen, Schutzbauten und Brücken auf beiden Seiten des Tunnels sind vorgesehen. ASFINAG plant, während der Bauphasen grundsätzlich zwei Spuren je Richtung offen zu halten, teils mit reduzierten Fahrstreifenbreiten. Nächtliche Sperren und einzelne Wochenendsperrungen sind ebenfalls möglich, werden aber rechtzeitig kommuniziert.
Verkehrsaufkommen und Alternativen
<pAktuell verzeichnet die A10 im Schnitt rund 35.000 Fahrzeuge täglich, mit einer steigenden Tendenz. Seit 2013 ist das Verkehrsaufkommen um 15% gestiegen, bei Lastkraftwagen sogar um 30%. Um Staus zu umgehen, können Reisende alternative Routen wie die Felbertauern-Bundesstraße (B108), die Pyhrn Autobahn (A9) oder die Brennerautobahn (A13) in Betracht ziehen. Auch die Bahnverladung durch die Tauernschleuse stellt eine Option dar.
Die Tauernautobahn A10 bleibt somit ein zentrales Element der Nord-Süd-Autobahnverbindung in Österreich, dessen Instandhaltung und Modernisierung in den kommenden Jahren höchste Priorität haben. Reisende sollten sich auf die bevorstehenden Veränderungen einstellen und gegebenenfalls ihre Reisezeiten anpassen, um Staus zu vermeiden. Weitere Informationen zu aktuellen Baustellen und Verkehrsbedingungen finden Sie auf der Website von Reisereporter, ADAC und Auto Motor und Sport.






