In Spittal an der Drau wird Nachhaltigkeit großgeschrieben – und das nicht nur in der Theorie. Die Stadtgärtnerei hat sich in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten auf die Fahnen geschrieben, den Baumbestand der Stadt zu überwachen und zu pflegen. Jährlich erfolgt eine umfassende Kontrolle, bei der rund 1.300 Bäume im Baumkataster verzeichnet sind. Diese Maßnahme ist nicht nur wichtig für die Sicherheit der Bürger, sondern auch für die Erhaltung der Biodiversität in der Region.
Die Überprüfung des Baumbestands stellt sicher, dass eventuelle Schäden oder Gefahren frühzeitig erkannt werden. Bei Bedarf werden Sicherheitsschnitte durchgeführt, um potenzielle Risiken zu minimieren. Bürgermeister Gerhard Köfer hebt besonders hervor, dass für jeden gefällten Baum drei neue Bäume als Ausgleich gepflanzt werden. Das ist ein Schritt, der nicht nur den Baumbestand erhöht, sondern auch zur Verbesserung des Stadtklimas beiträgt.
Natürliche Lebensräume schaffen
Ein bemerkenswerter Aspekt der Baumfällungen in Spittal ist die Art und Weise, wie mit gefällten Bäumen umgegangen wird. Diese werden nicht einfach entsorgt, sondern vielmehr zu natürlichen Insektenhotels umgewandelt, die in der Nähe eines Biotops aufgestellt werden. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Insektenarten und andere Tiere, was die ökologische Vielfalt fördert.
Um die ungestörte Entwicklung der Insektenhotels sicherzustellen, wird der Bereich um diese Anlagen abgegrenzt. Zusätzlich wird eine Bienenwiese angesät, was nicht nur den Bienen zugutekommt, sondern auch die Biodiversität weiter anhebt. Diese Maßnahmen zeigen, wie wichtig es ist, auch bei der Stadtentwicklung die natürlichen Lebensräume zu respektieren und zu fördern.
Das Baumkataster: Eine wichtige Grundlage
Ein Baumkataster, wie es in Spittal genutzt wird, ist ein Verzeichnis, das Informationen zu den Bäumen in der Stadt erfasst. Es kann sowohl digital als auch analog vorliegen und dient der Verwaltung und Pflege des Baumbestands. Typische Daten, die im Baumkataster erfasst werden, sind Standort, Baumart, geschätztes Alter, Gesundheitszustand und durchgeführte Kontrollen. Diese systematische Dokumentation ermöglicht eine effiziente Pflege und Planung der Stadtbäume und trägt zur Verkehrssicherheit bei, indem Risiken wie bruchgefährdete Äste frühzeitig erkannt werden. Die Wichtigkeit eines gut geführten Baumkatasters für Städte und Kommunen ist nicht zu unterschätzen, denn es reduziert Haftungsrisiken und unterstützt eine nachhaltige Stadtentwicklung, die dem Klimaschutz dient (StadtBaum-Management).
Ein Blick über die Grenzen
Ein Blick auf andere Städte zeigt, dass auch hier Baumkatastern eine zentrale Rolle spielen. In Berlin beispielsweise sind im Baumkataster über 839.000 Datensätze erfasst, die eine Vielzahl an Informationen über die Stadtbäume bieten. Diese Daten sind nicht nur für die Stadtverwaltung von Bedeutung, sondern auch für die Bürger, die dadurch mehr über die Vegetation in ihrer Umgebung erfahren können (Flurbaum).
Insgesamt verdeutlichen die Bemühungen in Spittal an der Drau den wertvollen Beitrag, den Bäume für das Stadtklima und die Biodiversität leisten. Durch die Kombination aus sorgfältiger Überwachung, kreativen Lösungen für gefällte Bäume und der systematischen Pflege wird ein wichtiger Grundstein für eine nachhaltige und lebenswerte Stadt gelegt.





