In Spittal an der Drau wird die Stimme der Jugend großgeschrieben! Die Stadtgemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, die Meinungen, Ideen und Wünsche junger Menschen aktiv in die Stadtentwicklung einzubeziehen. Bürgermeister Gerhard Köfer und Jugend-Stadtrat Christoph Staudacher betonen die Bedeutung dieser Beteiligung und haben bereits erste Schritte unternommen, um die Jugendlichen in den Gestaltungsprozess einzubeziehen.

Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist die Durchführung einer Online-Befragung, die bis zum 2. März 2026 unter www.spittal-drau.at/bildung-jugend/jugend/jugend-umfrage verfügbar ist. Diese Umfrage richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und behandelt eine Vielzahl von Themen, die für die junge Generation von Bedeutung sind. Dazu zählen Freizeitangebote, Veranstaltungen, Einrichtungen für Jugendliche und auch Aspekte der Gemeindepolitik. Ziel ist es, die Stärken, Schwächen und Wünsche der Jugendlichen zu ermitteln, um darauf basierend weitere Planungen zu gestalten und gegebenenfalls eine Jugendkonferenz durchzuführen.

Jugendbeteiligung auf nationaler Ebene

Die Initiative in Spittal reiht sich in einen größeren Kontext der Jugendbeteiligung ein, wie er im Nationalen Aktionsplan für Kinder- und Jugendbeteiligung (NAP) des Bundesjugendministeriums formuliert ist. Dieser Plan zielt darauf ab, die direkte und sichtbare Beteiligung junger Menschen zu fördern und stellt sicher, dass ihre Stimmen in Entscheidungsprozesse einfließen. Der Dialogprozess, der bis 2025 läuft, umfasst verschiedene Formate wie Dialogforen und Jugend-Audits, um die Meinungen junger Menschen zu sammeln und zu berücksichtigen. Unterstützt wird dieser Prozess von der Stiftung SPI, die bei der Gestaltung des Dialogs hilft.

Ein zentrales Ergebnis des NAP ist die Empfehlung zur Mitbestimmung auf Augenhöhe. Das bedeutet, dass junge Menschen in Beteiligungsprozessen gleichwertig behandelt werden müssen. Zudem wird die Notwendigkeit einer jugendgerechten Kommunikation hervorgehoben, um Informationen klar und ansprechend zu vermitteln. Auch der Zugang zu Beteiligungsangeboten sollte barrierefrei gestaltet werden, um sicherzustellen, dass alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, sich einzubringen.

Relevanz der Jugendbeteiligung

Die Bedeutung der Jugendbeteiligung wird durch gesetzliche Rahmenbedingungen wie § 6 des 3. AG-KJHG NRW (Kinder- und Jugendhilfegesetz) untermauert, der eine angemessene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen fordert. Dies betrifft insbesondere Bereiche wie die Wohnumfeld- und Verkehrsplanung sowie die Gestaltung öffentlicher Einrichtungen. Eigenständige Jugendpolitik und Partizipation sind demnach Pflichtaufgaben der Jugendförderung. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Jugendämter bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen unterstützt werden.

Der Dialog zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgern ist entscheidend, um die Interessen der jungen Generation zu vertreten und in Planungen zu integrieren. Mit Formaten wie den JugendPolitikTagen und der BundesJugendKonferenz wird der Austausch gefördert und eine Plattform geschaffen, auf der Jugendliche ihre Anliegen direkt an die Politik herantragen können. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse der Spittaler Umfrage und die nationale Strategie zur Jugendbeteiligung einen nachhaltigen Einfluss auf die Zukunft junger Menschen in Spittal und darüber hinaus haben.