In der Stadt Spittal an der Drau ist der Beruf des Taxifahrers in den letzten Jahren einem tiefgreifenden Wandel unterzogen worden. Arno Ebner, der gemeinsam mit seinem Bruder Peter das Unternehmen „Ebner Taxi“ leitet, ist seit über 30 Jahren in diesem Beruf tätig. Er stellt fest, dass sich das Stadtleben gewandelt hat: Es gibt weniger Aktivitäten und weniger Nachhause-Fahrten vom Gasthaus, insbesondere unter der Woche. Diese Veränderungen spiegeln sich auch im Kundeverhalten wider. „Die Kundschaft ist hektischer geworden, die Wartebereitschaft ist gesunken“, erklärt Ebner und sieht einen Zusammenhang mit dem zunehmenden Drogenkonsum.

Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis, das Ebner in seiner Karriere hatte, war eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, die nach einer scheinbar normalen Taxifahrt am Spittaler Bahnhof begann. Auch die Herausforderungen, mit denen er konfrontiert war, sind nicht zu unterschätzen: Ein betrunkenen Kunden mit einer Pistole oder einen anderen mit einem Taschenmesser zu begegnen, ist für viele Berufe untypisch. Doch Ebner betont, dass der Beruf grundsätzlich nicht gefährlich ist, sondern gute Nerven erfordert. Trotz dieser Herausforderungen bleibt er optimistisch und schätzt die Vielfalt der Menschen, die er täglich trifft, besonders ältere Menschen, die er bei Krankentransporten kennengelernt hat.

Der Personalmangel in der Taxibranche

Ein zentrales Problem, das auch Ebner betrifft, ist der akute Personalmangel in der Branche. Viele Taxiunternehmen, besonders in kleinen und mittelgroßen Städten, kämpfen ums Überleben, da das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist. Dies zeigt sich auch in Deutschland: Laut dem Statistischen Bundesamt fiel die Anzahl der Taxibetriebe von 23.164 im Jahr 2019 auf 16.900 im Jahr 2021. Die Corona-Pandemie hat die Branche stark getroffen und viele Anbieter finanziell angeschlagen.

In ländlichen Gebieten wie Spittal gibt es kaum Alternativen zu den traditionellen Taxis, während in Großstädten die Konkurrenz durch Fahrdienstleister-Apps wie Uber und Bolt zunimmt. Diese Entwicklung verschärft den Druck auf die bestehenden Taxiunternehmen. Ebner selbst findet es schwierig, motiviertes Personal zu gewinnen, was es ihm unmöglich macht, den gewohnten Vollservice anzubieten. Die steigenden Kosten durch Mindestlohnerhöhungen und hohe Energiepreise setzen den Betrieben zusätzlich zu.

Die Zukunft der Taxibranche

Die Veränderungen in der Gesellschaft haben ebenfalls Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Die Zahl der Diskotheken in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren halbiert, was die Einnahmen der Taxibranche beeinträchtigt hat. Zudem wird das Ausgehen durch Inflation teurer, was zu weniger Taxifahrten führt. Menschen bilden zunehmend Fahrgemeinschaften, um sicher nach Hause zu kommen, was die Nachfrage nach Taxis weiter verringert.

Zusätzlich ist unklar, ob in Orten ohne Taxiunternehmen mehr Alkoholfahrten im privaten PKW oder auf Fahrrädern stattfinden. Die Wahrscheinlichkeit von Radunfällen könnte durch die zunehmende Nutzung von eBikes und Pedelecs steigen. Ein umfassender datenbasierter Einblick in den deutschen Taximarkt könnte helfen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und regionalen Unterschiede besser zu verstehen. Die Plattform Konzessionsmarkt.de bietet hierzu wertvolle Statistiken, die für jeden, der einen Taxibetrieb verkaufen oder eine Konzession erwerben möchte, nützlich sein können.

In Anbetracht dieser Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Taxibranche in den kommenden Jahren anpassen wird. Der Beruf des Taxifahrers, wie ihn Arno Ebner beschreibt, könnte sich weiter verändern, doch die Verbindung zu den Menschen und die täglichen Begegnungen bleiben ein zentraler Bestandteil dieses Berufs.