Der Kärntner Tourismus steht vor einem umfassenden Wandel. Mit einem neuen Tourismusgesetz, das nach monatelangen Abstimmungen beschlossen wurde, wird eine Reform eingeleitet, die sowohl strukturelle als auch finanzielle Änderungen mit sich bringt. Der Beschluss des Gesetzes steht kurz bevor und es wird damit gerechnet, dass die Branche von zusätzlichen 20 Millionen Euro pro Jahr profitieren wird. Insgesamt fließen nun rund 50 Millionen Euro jährlich in den Kärntner Tourismus, was eine signifikante Steigerung darstellt.
Ein entscheidendes Ziel der Reform ist es, die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit von Kärnten im internationalen Tourismus zu erhöhen. So sollen die bisherigen 125 Organisationseinheiten auf lediglich 10 Einheiten auf zwei Ebenen reduziert werden. Künftig wird es nur noch Kärnten Werbung und neun Tourismusverbände geben, was eine Beseitigung von Doppelgleisigkeiten und eine Beschleunigung der Entscheidungsprozesse zur Folge hat. Dies soll auch den Unternehmer:innen und Touristiker:innen mehr Gestaltungsspielraum bieten und eine zentrale Ansprechperson für Reiseveranstalter schaffen.
Modernisierung und Anpassung
Die Notwendigkeit für mutige Reformen wird vor allem im Angesicht des zunehmenden Wettbewerbs der Urlaubsländer deutlich. Das neue Kärntner Tourismusgesetz, das nach über zehn Jahren modernisiert wird, zielt darauf ab, mehr Mittel in das Gästeerlebnis zu lenken und weniger in die Verwaltung. Dazu gehören auch Anpassungen der touristischen Abgaben, die eine bessere Mittelbereitstellung ermöglichen sollen.
Ein zentraler Bestandteil der Reform ist die Einführung einer einheitlichen Aufenthaltsabgabe von 4,50 Euro pro Gast und Nacht, die die bisherigen Orts- und Nächtigungstaxen ersetzt. In dieser Abgabe ist ein Infrastruktur- und Mobilitätsbeitrag von 0,90 Euro enthalten, der dazu beitragen soll, die touristische Infrastruktur auszubauen. Dazu zählen unter anderem Rad- und Wanderwege sowie nebensaisontaugliche Angebote.
Der Weg in die Zukunft
Die Reform richtet sich nicht nur an die öffentlichen Institutionen, sondern auch an die Unternehmer:innen der Branche, um ihnen einen größeren Einfluss auf die Richtung der Tourismusverbände zu ermöglichen. Die Begutachtung des Reformpakets ist bereits abgeschlossen, und die Stellungnahmen werden nun behandelt. Informationen über die Gesetzesentwürfe und Neuerungen sind auf den entsprechenden Plattformen verfügbar.
WK-Präsident Jürgen Mandl hebt hervor, dass die Reform eine der größten dieser Legislaturperiode darstellt. Ziel ist es, die Komplexität der Struktur zu senken und gleichzeitig mehr Mittel in den Tourismus zu bringen. Dies betrifft rund 20.000 Beschäftigte in 8.500 Betrieben im Sommer und 6.500 im Winter. Mit dieser umfassenden Modernisierung soll der Kärntner Tourismus nicht nur besser positioniert werden, sondern auch im Wettbewerb bestehen bleiben – ein Power-Boost, der dringend notwendig ist. Weitere Details zur Reform sind in der Quelle und hier zu finden.