Am 14. Februar 2023 ereignete sich in Klagenfurt am Wörthersee ein Vorfall, der die Diskussion über Gewalt gegen Frauen erneut anheizt. Ein 31-jähriger Mann bedrohte in der Wohnung einer 36-jährigen Bekannten diese mit einem Messer. Laut Berichten wurde die Frau wiederholt mit dem Umbringen bedroht und erlitt durch körperliche Übergriffe unbestimmte Verletzungen.
Die Situation eskalierte weiter, als der Mann den Vater der Frau unter Androhung von Gewalt nötigte, die Wohnung zu verlassen. Nach dem Vorfall flüchtete der Täter, konnte jedoch später von der Polizei festgenommen werden. Er wurde in das Polizeianhaltezentrum Klagenfurt überstellt. Gegen ihn wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Die Ermittlungen zu diesem Fall sind noch im Gange. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind auch auf ORF Kärnten verfügbar.
Hintergrund zu Gewalt gegen Frauen
Dieser Vorfall ist leider kein Einzelfall. Laut einer Erhebung zur geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen, die 2021 in Auftrag gegeben wurde, betrifft Gewalt gegen Frauen Frauen aufgrund ihres Geschlechts und tritt überproportional häufig auf. Die Untersuchung zeigt, dass Gewalt sowohl in intimen Beziehungen als auch außerhalb weit verbreitet ist. Stalking, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und Gewalt in der Kindheit sind weitere Themen, die in der Erhebung behandelt werden.
Die Europäische Kommission hat in ihrer „Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020–2025“ umfassende Maßnahmen gegen geschlechtsbezogene Gewalt angekündigt. Dazu gehört auch eine umfassende und vergleichbare Datenerhebung zu Gewalt gegen Frauen. Solche Maßnahmen sind dringend notwendig, um das Ausmaß und die Formen von Gewalt gegen Frauen zu verstehen und entsprechend zu handeln. Weitere Details zur Thematik finden sich auf der Webseite der Statistik Austria.