Im Großraum Klagenfurt am Wörthersee zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Frauen ergreifen zunehmend die Initiative und gründen ihre eigenen Unternehmen. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg an Neugründungen, wobei über 700 neue Unternehmen in Klagenfurt verzeichnet wurden. Der Frauenanteil bei diesen Gründungen liegt bei 48,2%, was über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Dies ist ein positives Signal in einer Zeit, in der wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie steigende Kosten und volatile Märkte die Gründung von Unternehmen herausfordernd gestalten.
Das Durchschnittsalter der Gründer in Klagenfurt beträgt 36,9 Jahre, wobei besonders die jüngeren Altersgruppen unter 30 Jahren stark vertreten sind. Viele der Neugründungen konzentrieren sich auf die Bereiche Gewerbe, Handel und Information/Consulting. Junge Unternehmerinnen wie Denise Dedić-Schlögl und Simon Wieland setzen innovative Geschäftsideen um. So eröffnete Denise Dedić-Schlögl mit nur 28 Jahren den „W(i)e Nice“ Concept Store am Alten Platz, der handgemachtes Design aus der Region und internationale Marken anbietet. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Klagenfurt jedoch stabil und widerstandsfähig, was die Neugründungen unterstützt und fördert.
Gründungen in Kärnten: Ein Blick auf die Zahlen
Die Entwicklung in Klagenfurt ist Teil eines größeren Trends in Kärnten, wo für das Jahr 2025 insgesamt 2.348 Neugründungen erwartet werden. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert ist der konstante Frauenanteil von 48,2 %, der auch in den landesweiten Statistiken zu erkennen ist. Die Neugründungen sind häufig in Klagenfurt-Stadt sowie in den Bezirken Spittal an der Drau und Klagenfurt-Land angesiedelt. Dabei starten drei von vier Gründerinnen und Gründern allein, oft mit einem geringen Kapitaleinsatz.
Die häufigsten Branchen für Neugründungen in Kärnten sind Gewerbe und Handwerk (38,2 %), gefolgt von Handel (25,6 %) und Information und Consulting (21,4 %). Dies zeigt, dass die Gründerinnen und Gründer ihre Ideen häufig in Bereichen umsetzen, die sowohl lokale als auch überregionale Märkte bedienen. Trotz der Herausforderungen, wie dem Zugang zu Kontakten und rechtlichen Anforderungen, sind die Aussichten positiv: 82 % der neuen Unternehmen bestehen nach drei Jahren, was auf eine hohe Stabilität in der Gründungskultur hinweist.
Frauen in der Unternehmensgründung: Ein wachsender Trend
Der Anstieg des Anteils von Frauen, die eigene Unternehmen gründen, ist nicht nur in Klagenfurt spürbar, sondern ein bundesweiter Trend. 44 % der Gründerinnen starteten 2020 im Nebenerwerb, neben einer Angestelltentätigkeit. Besonders junge Frauen entscheiden sich zunehmend für Existenzgründungen, was auch in den aktuellen Statistiken des Bundeswirtschaftsministeriums sichtbar wird. Der Anteil der Unternehmensgründungen durch Frauen im Bereich der freien Berufe liegt sogar bei 54 %.
Um Gründerinnen zu unterstützen, gibt es zahlreiche Initiativen, wie die BMWE-Initiative „FRAUEN unternehmen“, die über 250 Vorbild-Unternehmerinnen umfasst. Diese engagieren sich ehrenamtlich und teilen ihre Erfahrungen in Veranstaltungen. Zudem bietet die Gründerplattform des BMWE und der KfW zahlreiche Informations- und Unterstützungsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Gründerinnen zugeschnitten sind, einschließlich persönlicher Coachings und eines Mentoring-Programms.
Insgesamt zeigt sich, dass die Unternehmensgründung in Klagenfurt und Kärnten ein dynamisches und wachsendes Feld ist, in dem Frauen eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Kombination aus innovativen Ideen, der Unterstützung durch lokale Netzwerke und einer stabilen wirtschaftlichen Basis lässt auf eine positive Entwicklung der Gründerlandschaft in der Region hoffen.