Der Karawankentunnel, eine bedeutende transalpine Verkehrsverbindung zwischen Österreich und Slowenien, steht momentan im Fokus wichtiger Entwicklungen. Am Samstag, den 28. Februar, wird der Tunnel für eine Großübung gesperrt, an der 280 Kräfte aus slowenischen und österreichischen Blaulichtorganisationen teilnehmen. Dies ist ein entscheidender Schritt in der Vorbereitung auf die feierliche Eröffnung der neuen Tunnelröhre, die am 18. März stattfinden wird. Am 20. März sollen dann die ersten Fahrzeuge nach einer Bauzeit von acht Jahren durch die neue Röhre fahren.
Bereits am 25. Februar wurde ein Brandversuch durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der Tunnellüftung zu prüfen. Andreas Karlbauer, Projektleiter der Asfinag, gab diese Informationen bekannt. Die neue Röhre des Karawankentunnels steht kurz vor der Freigabe für den Verkehr, was die Vorfreude auf die Eröffnung noch steigert. Die zweite Röhre wird ebenfalls in die finale Phase des Baus überführt, die bis 2026 abgeschlossen sein soll.
Langfristige Pläne und Sicherheitstechnik
Der Bau der zweiten Röhre zwischen Kärnten und Slowenien läuft seit 2018 und wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 fertiggestellt. In der Übergangszeit wird der Verkehr zunächst einspurig im Gegenverkehr durch den neuen Tunnel geleitet, während die alte Röhre generalsaniert und an moderne Sicherheitsanforderungen angepasst wird. Beachtlich ist, dass der Zwei-Röhren-Betrieb erst ab Sommer 2029 verfügbar sein wird, wenn beide Röhren mit je zwei Fahrspuren pro Richtung in Betrieb genommen werden können.
Die Ausstattung der Tunnelröhre ist ein zentraler Aspekt der kommenden Entwicklungen. STRABAG hat den Großauftrag für die betriebs- und sicherheitstechnische Tunnelausrüstung gewonnen, mit einem Auftragswert von insgesamt 110 Millionen Euro. Die geplante Ausstattung umfasst unter anderem 2.570 Tunnelleuchten und 378 Videokameras. Diese modernen Sicherheitseinrichtungen sind entscheidend, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
Verkehrsaufkommen und Mautsystem
Der Karawankentunnel hat eine Gesamtlänge von 8 km, davon 4,5 km in Österreich und 3,5 km in Slowenien. Er ist eine wichtige Hauptroute für Urlauber nach Kroatien und verzeichnet während der Hauptreisezeit im Juli und August durchschnittlich mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Tag. An Wochenenden ist mit noch höheren Fahrzeugzahlen zu rechnen, was häufig zu langen Staus führt, insbesondere durch die Blockabfertigung.
Die Durchfahrt durch den Karawankentunnel ist mautpflichtig. Der Preis für eine Einzelfahrt für Pkw beträgt derzeit 8,80 Euro, wobei Mauttickets für Fahrten in Richtung Süden online beim ADAC erworben werden können. Für Fahrten in Richtung Norden erfolgt die Bezahlung an der slowenischen Mautstation.
Angesichts der anstehenden Entwicklungen und der wachsenden Verkehrsdichte wird der Karawankentunnel auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Österreich und Slowenien spielen. Die fortschrittlichen Sicherheitsmaßnahmen und die geplanten Erweiterungen werden dazu beitragen, den Tunnel zu einem noch sichereren und effizienteren Verkehrsweg zu machen.