In Kärnten zeigt sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2025 erstaunlich stabil, trotz der allgemeinen Herausforderungen, die die gesamte österreichische Wirtschaft betreffen. Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um lediglich 1,5 Prozent, was 270 zusätzlichen Arbeitslosen entspricht, hat Kärnten die niedrigste Zunahme an Arbeitslosigkeit in absoluten und prozentualen Zahlen in Österreich verzeichnet. Im Vergleich stieg die Arbeitslosigkeit österreichweit um 6,6 Prozent. Die starke Branchenstruktur, insbesondere im Tourismus und Gesundheitswesen, trägt dazu bei, dass Kärnten als einziges Bundesland der Arbeitslosenwelle trotzt (Quelle).
Im Mai 2025 lagen die Arbeitsmarktdaten für Kärnten weiterhin auf einem stabilen Niveau. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrug hier 5,5 Prozent, was 960 zusätzlichen Personen entspricht, die im Vergleich zum Vorjahresmonat arbeitslos waren. Dennoch bleibt Kärnten im Bundesländervergleich besser ab als der Österreichschnitt, der einen Anstieg von 8,5 Prozent verzeichnete. Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit sind mehrheitlich Männer. Die Herausforderungen des Fachkräftemangels sind nach wie vor drängend, insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich, in der IT-Branche, im Techniksektor und in der Gastronomie (Quelle).
Fachkräftemangel und regionale Initiativen
Der Fachkräftemangel stellt eine große Herausforderung für Kärntner Unternehmen dar. Insbesondere in technischen Berufen, im Gesundheitssektor und im Baugewerbe haben die Arbeitgeber Schwierigkeiten, passendes Personal zu finden. Initiativen wie die Kärntner Fachkräfteagentur sind ins Leben gerufen worden, um gezielt Personal im Ausland anzuwerben. Gleichzeitig werden politische Forderungen nach einer gezielteren Qualifizierung lauter, um diesen Mangel zu bekämpfen. Experten erwarten für 2026 einen Rückgang der Arbeitslosigkeit und eine Zunahme der Beschäftigten in Kärnten, während die Zahl der offenen Stellen im Dezember 2025 bereits um 8,6 Prozent auf 4.464 gestiegen ist (Quelle).
Demografische Entwicklungen verschärfen die Problematik des Fachkräftemangels zusätzlich. So fordert AK-Präsident Günther Goach gezielte Maßnahmen zur Hebung des heimischen Arbeitskräftepotenzials. Dazu gehören unter anderem der Ausbau hochwertiger ganztägiger Kinderbetreuung, die Förderung älterer Arbeitnehmer:innen sowie eine qualitative Verbesserung der dualen Ausbildung. Diese wird als zentrales Instrument zur Fachkräftesicherung und zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit angesehen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Kärnten ist zwar um 5,7 Prozent gestiegen, bleibt aber unter dem österreichweiten Zuwachs von 10,9 Prozent (Quelle).
Überalterung und digitale Transformation
Ein weiterer Aspekt, der die Arbeitsmarktsituation in Kärnten beeinflusst, ist die Überalterung der Erwerbsbevölkerung. Arbeitgeber sind zunehmend gefordert, die Arbeitsbedingungen anzupassen und in lebenslanges Lernen zu investieren. Dies wird durch die steigende Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitskräfte, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen, begünstigt. Das AMS bietet Schulungsprogramme zur Unterstützung der Integration älterer Arbeitskräfte an, während EURES Arbeitgeber bei der Suche nach Arbeitskräften in der EU unterstützt (Quelle).
Die digitale Transformation ist ein weiterer entscheidender Faktor, der den Arbeitsmarkt beeinflusst. Die Nachfrage nach IT-Fachkräften in Bereichen wie KI, Datenanalyse und Cybersicherheit wächst stetig. Arbeitgeber müssen Talente mit digitalen Kompetenzen gewinnen und halten, während Arbeitsuchende ihre digitalen Fähigkeiten verbessern sollten, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu steigern. In den kommenden Jahren wird ein BIP-Wachstum von 1,5 % in Österreich prognostiziert, wobei insbesondere die Sektoren für grüne Technologien, digitale Industrien sowie Gesundheits- und Bildungswesen im Fokus stehen (Quelle).
Insgesamt zeigt sich, dass Kärnten trotz der Herausforderungen eine positive Entwicklung im Arbeitsmarkt aufweist. Mit gezielten Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und der Anpassung an demografische sowie digitale Veränderungen könnte die Region auch in Zukunft gut aufgestellt sein.