Die Verkehrsinfrastruktur im Bezirk Hermagor steht derzeit im Fokus von umfangreichen Sanierungs- und Ausbauprojekten. LHStv. Martin Gruber hat kürzlich die Wichtigkeit einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur für das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in der Region betont. Der ländliche Raum wird dabei besonders berücksichtigt, um eine ausgewogene Entwicklung zu fördern. Ein zentrales Projekt in diesem Jahr ist die Instandsetzung der B111 Gailtal Straße in Hermagor Mitte und West, die mit einem Investitionsvolumen von etwa 600.000 Euro aufwartet. Hierbei werden der Asphalt erneuert, Gehsteige saniert und Pflasterstreifen instand gesetzt. In den letzten Jahren wurden bereits rund 14 Millionen Euro in die Modernisierung der B111 investiert, was die zentrale Bedeutung dieser Verkehrsverbindung unterstreicht.
Doch nicht nur die B111 wird überholt. Auch die L33 Kreuzner Straße erhält mit einer Investition von ca. 600.000 Euro eine Frischkur, die von Mitte April bis Mitte Juni durchgeführt wird. Für die L21 Würmlacher Straße sind Arbeiten von April bis Ende Juli mit einer Investitionssumme von ca. 550.000 Euro geplant. Darüber hinaus wird der Güterweg nach Sittmoos in Kötschach-Mauthen generalsaniert, während im Lesachtal der Weiterbau am Güterweg mit einer Investition von jeweils ca. 1,3 Millionen Euro vorangetrieben wird, wobei 65% der Kosten durch das Agrarreferat übernommen werden.
Schwerpunkte der Sanierungsmaßnahmen
Ein weiteres wichtiges Projekt betrifft die Umfahrung Tröpolach, wo Gespräche mit Grundeigentümern notwendig sind, bevor die Umsetzung erfolgen kann. Auch die Nassfeldstraße wurde im Vorjahr saniert, allerdings sind für 2023 keine neuen Bauarbeiten geplant. Siegfried Pirker von der Abteilung 9 hebt hervor, wie bedeutend die B111 als zentrale Verkehrsverbindung ist. Christian Zechner vom Straßenbauamt Villach betont zudem die kontinuierliche Betreuung des Straßennetzes, einschließlich Winterdienst und Straßenpflege.
Im Rahmen der laufenden Sanierungsmaßnahmen wird auch ein Abschnitt der B111 Gailtal Straße zwischen Roßbach und der Ortseinfahrt St. Lorenzen angegangen. Hier wird der alte Straßenbelag durchgefräst und eine neue zweilagige Asphaltschicht aufgetragen, was mit einer Gesamtinvestition von 270.000 Euro verbunden ist. Diese Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein und zielen auf eine langfristige Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie eine nachhaltige Erreichbarkeit des Lesachtals ab. Während der Bauzeit wird der Verkehr mit temporären Geschwindigkeitsbeschränkungen aufrechterhalten, wobei Verkehrsunterbrechungen nur in Ausnahmefällen und für kurze Zeit möglich sind.
Investitionsbedarf und Herausforderungen
In einem größeren Kontext zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik, dass der Investitionsbedarf für den Erhalt und die Erweiterung von Schienennetzen und Straßen in Deutschland bis 2030 rund 372 Milliarden Euro beträgt. Dies ist besonders relevant, da der Zustand vieler Straßen in Deutschland als problematisch eingestuft wird. Ein Drittel der Straßen weist größere Mängel auf, und fast jede zweite Straßenbrücke ist in keinem guten Zustand. Der Nachhol- und Ersatzbedarf bei der Straßenverkehrsinfrastruktur wird auf rund 283 Milliarden Euro geschätzt.
Die Bau- und Erhaltungsmaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur sind nicht nur kostenintensiv, sondern auch zeitaufwändig, insbesondere angesichts steigender Baupreise. Viele Kommunen sehen sich zudem mit einem Defizit konfrontiert, das im ersten Halbjahr 2023 über 6 Milliarden Euro beträgt. Der DStGB schlägt daher einen langfristigen Investitionsfonds von Bund und Ländern vor, um Planungssicherheit zu schaffen und die Finanzierung der Infrastruktur zu verbessern.
Insgesamt zeigt sich, dass die Bemühungen um eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur im Bezirk Hermagor nicht nur lokal, sondern auch im Kontext der bundesweiten Herausforderungen von Bedeutung sind. Die getätigten Investitionen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Erreichbarkeit und Sicherheit in der Region nachhaltig zu gewährleisten. Weitere Informationen zu den aktuellen Projekten finden Sie in den Berichten des Gailtal Journals sowie auf der Webseite von 5min.





