Heute ist der 28.02.2026 und die Sicherheitslage im Bezirk Hermagor steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, insbesondere durch die interimistische Übernahme des Bezirkspolizeikommandos durch Werner Mayer. Nach dem Abgang von Obstlt Tilli hat Mayer die Verantwortung übernommen, was angesichts der eingeschränkten personellen Möglichkeiten nicht unerwartet kam. Er bleibt gleichzeitig Stammdienststellenleiter beim Bezirkspolizeikommando Spittal/Drau und ist seit dem 1. Januar 2026 zusammen mit seinem Stellvertreter mit der Mitführung in Hermagor betraut.

Mayer hat betont, dass er in enger Abstimmung mit dem Führungsteam vor Ort arbeitet und bei Bedarf schnell reagieren kann. In dieser Übergangsphase sieht er allerdings keine Notwendigkeit für grundlegende Änderungen oder besondere Schwerpunkte, da die wesentlichen Aufgabenstellungen und Schwerpunkte der Polizeiarbeit konstant geblieben sind. Dennoch wird die Notwendigkeit von flexiblen Reaktionen auf aktuelle Herausforderungen, wie den Anstieg von Internetkriminalität und Suchtmitteldelikten, immer wichtiger.

Herausforderungen der digitalen Kriminalität

Die Digitalisierung hat unser Leben erheblich verändert und bringt sowohl neue Möglichkeiten als auch Herausforderungen mit sich. Angela Merkel äußerte bereits 2018, dass alles Digitalisierbare digitalisiert wird, und bis 2025 ist ein großer Teil unseres Alltags von Smartphones, Social Media und Messengerdiensten geprägt. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Kriminalität, insbesondere auf politisch motivierte Kriminalität (PMK), die im Internet zugenommen hat. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) gab es von 2023 auf 2024 einen Anstieg der PMK-Straftaten um 29,6% (von 15.488 auf 20.074 Fälle), was die Polizei vor neue Herausforderungen stellt.

Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um Kriminalität effektiv zu bekämpfen. Mayer hebt hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Bezirkshauptmannschaft, Gemeinden und Blaulichtorganisationen ist, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. In Hermagor sind verstärkte Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen notwendig, um auf die gestiegenen Gewalttaten andernorts zu reagieren.

Die Rolle der Risikoanalysen

Ein weiterer Aspekt im Kampf gegen die Kriminalität ist die Durchführung von Risikoanalysen, die seit 2004 im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) gebündelt werden. Diese Analysen sind entscheidend, um potenzielle Täter zu bewerten und gefährliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Dabei wird zwischen Risiko- und Gefährderanalysen unterschieden, wobei Risikoanalysen spezifische Faktoren untersuchen, die zu schweren Gewalttaten führen können.

Die Digitalisierung erleichtert zwar die Informationsbeschaffung, bringt jedoch auch Herausforderungen bei der Datenanalyse mit sich. Polizeiliche Arbeit erfordert nach wie vor klassischen kriminalistischen Sachverstand, um komplexe Informationen schnell und nachvollziehbar zu verarbeiten. Auch wenn die Digitalisierung viele Einblicke in digitale Identitäten bietet, bleibt die menschliche Bewertung unerlässlich.

Insgesamt ist es von großer Bedeutung, dass die Polizeiarbeit als professionell, unparteilich und wertgeschätzt wahrgenommen wird. Mayer möchte, dass die Polizei als Partner der Bevölkerung auftritt, um gemeinsam gegen die steigenden Kriminalitätsraten vorzugehen.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Sicherheitslage und den Herausforderungen im digitalen Zeitalter werfen Sie einen Blick auf die Artikel von MeinBezirk und bpb.