Die Region Hermagor in Kärnten hat sich in den letzten Jahren intensiv um grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Friaul-Julisch Venetien bemüht. Im Rahmen des Kooperationsprojekts HEurOpen, das 2016 ins Leben gerufen wurde, stehen Innovation, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Diese Initiative umfasst nicht nur die Region Hermagor, sondern auch zwei LEADER-Regionen in Friaul, was die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg fördert. Zu Beginn konzentrierte man sich auf das gegenseitige Kennenlernen und die Abstimmung von Verwaltungsabläufen, wobei Sprachbarrieren durch den Einsatz von Sprachmittlern überwunden wurden.
Im Verlauf der Jahre konnten zahlreiche Projekte in den Bereichen Kultur, Naturraum, Geschichte und Tourismus erfolgreich umgesetzt werden. Die Covid-Krise stellte zwar eine Herausforderung dar, doch digitale Formate ermöglichten eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Bis Mitte 2022 konnten neue Projekte eingereicht werden, die bis Mitte 2023 abgeschlossen werden sollten. Mit Beginn der neuen Strukturperiode 2021–2027 erweitert sich der Kooperationsraum auf 58 Gemeinden mit über 100.000 Einwohnern. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, da Projekte nun auch in funktionalen Räumen außerhalb des CLLD-Gebiets umgesetzt werden können.
Strategische Leitlinien der Kooperation
Die Programmplanung des Projekts sieht vier strategische Leitlinien vor: Die Stärkung lebendiger und innovationsfähiger Gemeinschaften, der Fokus auf Klimaanpassung, Energieeffizienz und Biodiversität, die Förderung eines nachhaltigen Natur- und Kulturtourismus sowie der Abbau administrativer und sprachlicher Hindernisse. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Konzept „Smart Village“, das die Bedeutung von Gemeinschaft und sozialen Beziehungen hervorhebt. Auch die Einbindung junger Menschen in die Projekte wird aktiv gefördert, um deren Engagement und Perspektiven zu stärken.
Nachhaltigkeit wird als zentrales Prinzip betrachtet, wobei ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele gleichwertig nebeneinanderstehen. Dabei kommt ein System aus quantitativen und qualitativen Indikatoren zum Einsatz, das die Wirkung und Nachhaltigkeit der Projekte dokumentiert. Die Initiatoren des Projekts äußern den Wunsch nach weiteren Kooperationen mit anderen Regionen in Österreich und Europa. Besonders hervorzuheben ist die vertiefte Partnerschaft mit dem Mühlenkreis Minden in Deutschland, die insbesondere im Bereich Bildung und Klimaschutz angestrebt wird.
EU und globale Zusammenarbeit
Die EU spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit. Sie ist der weltweit größte Geber in diesem Bereich und erlässt Rechtsvorschriften sowie politische Maßnahmen, um verantwortungsvolle Staatsführung und menschliche sowie wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Zielsetzungen der EU umfassen die Bekämpfung von Hunger und den Erhalt natürlicher Ressourcen. Die EU arbeitet aktiv daran, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen, und kooperiert mit 150 Partnerländern weltweit, um effektive Entwicklungsarbeit zu leisten. Diese globalen Partnerschaften und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft sind von wesentlicher Bedeutung für die Umsetzung nachhaltiger Projekte.
Die Initiative HEurOpen in Hermagor steht somit nicht nur für regionale Fortschritte, sondern ist auch Teil eines größeren europäischen Bestrebens, nachhaltige Entwicklung zu fördern und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken. In dieser dynamischen Landschaft ist es wichtig, dass lokale Projekte im Einklang mit den globalen Zielen der EU stehen, um eine wirklich nachhaltige Zukunft für alle zu gewährleisten. Weitere Informationen zu den Maßnahmen und Initiativen der EU finden Sie hier.
Insgesamt zeigt das Projekt HEurOpen, wie sinnvolle Kooperationen über Landesgrenzen hinweg nicht nur die Regionen stärken, sondern auch zur Erreichung internationaler Entwicklungsziele beitragen. Die Zukunft der Region Hermagor ist somit eng mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit verbunden.