In Feldkirchen-Westerham brodelt es, wenn es um die Verkehrssituation geht. Auf der Staatsstraße 2078 gilt bereits nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h, doch viele Bürger empfinden dies als unzureichend. Bei einer Bürgerversammlung und einer Kundgebung forderten die Anwohner mehr sichere Fußgängerüberwege. Dies ist besonders wichtig, da die anstehende Kommunalwahl am 8. März 2026 acht Kandidatenlisten dazu bewegt hat, ihre Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation zu präsentieren. Von der SPD bis zur AfD äußern die Parteien unterschiedliche Ansätze, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.

Pankraz Schaberl von der SPD fordert Handlungsbedarf an der Miesbacher Straße, Aiblinger Straße und Staatsstraße 2078. Die SPD schlägt vor, Tempo 30 in Wohngebieten und vor Kindergärten sowie Altenheimen einzuführen, basierend auf dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Martin Oswald von Pro Bürger sieht die nächtliche Tempo-30-Regelung als positiven Schritt, fordert aber weitere Verbesserungen an gefährlichen Stellen. Auch Carolin Günzl von den Grünen hebt die hohe Verkehrsbelastung und die Notwendigkeit sicherer Querungsmöglichkeiten hervor.

Vielfalt der Ansichten

Die Bürgerinitiative „Sicher unterwegs in Feldkirchen-Westerham“ setzt sich aktiv für sichere Überwege ein. Georg Glas von den Freien Wählern Feldolling hebt die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern hervor und fordert eine Durchgängigkeit des Fuß- und Radwegs entlang der Ollinger Straße. Bernhard Neumaier von der CSU verlangt ein Verkehrsgutachten und lobt die Initiativen wie den Gmoabus und das E-Carsharing-Modell der Gemeinde. Georg Meixner von der Ortsliste Vagen sieht Herausforderungen in der Trennwirkung der Staatsstraße und dem Schwerlastverkehr, während Wolfgang Reitmeyer von den parteifreien Wählern bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Einrichtung von Fahrradstraßen fordert. Roland Zeddies von der AfD kritisiert die Verkehrssituation als unzureichend und verlangt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Anbindung des Gewerbegebiets.

Um die Verkehrssicherheit in Feldkirchen-Westerham zu erhöhen, könnten Tempo-30-Zonen eine passende Lösung darstellen. In Deutschland sind solche Zonen in vielen Wohngebieten etabliert, um den Verkehr zu beruhigen und die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Die Rechtsgrundlage dieser Regelung findet sich in § 45 Abs. 1c der Straßenverkehrsordnung (StVO). Tempo-30-Zonen dürfen jedoch nur abseits von Hauptverkehrsstraßen eingerichtet werden, wo der Durchgangsverkehr gering ist. Die Kennzeichnung erfolgt durch spezielle Verkehrszeichen, die den Beginn und das Ende der Zone anzeigen. Oft wird auch eine weiße „30“ auf der Straße aufgebracht.

Lebensqualität und Sicherheit

Die Einführung von Tempo-30-Zonen trägt nicht nur zur Sicherheit bei, sondern verbessert auch die Lebensqualität durch geringere Lärmbelastung und weniger Abgase. Die Voraussetzungen für die Einrichtung solcher Zonen sind klar definiert: Sie sind nur innerorts zulässig und nicht auf Straßen des überörtlichen Verkehrs oder auf Vorfahrtstraßen. Verkehrszeichen müssen gut sichtbar und in der richtigen Größe aufgestellt werden, und bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung dürfen keine Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung verursachen. Das Ziel der Tempo-30-Zonen ist es, die Umgebung für die Anwohner zu verbessern und einen sichereren Raum für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, was auch in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien bereits erfolgreich umgesetzt wird.

Die Diskussion um die Verkehrssituation in Feldkirchen-Westerham zeigt, wie wichtig das Thema für die Bürger ist. Mit der bevorstehenden Kommunalwahl wird sich zeigen, welche Ideen und Konzepte die meisten Unterstützer finden werden, um die Sicherheit im Verkehr nachhaltig zu verbessern.