Im Landkreis Rosenheim gibt es einen besonderen Aufruf zur Solidarität: Die Typisierungsaktion gegen Leukämie wurde ins Leben gerufen, um der 29-jährigen Anne aus Kolbermoor zu helfen. Diese Initiative zielt darauf ab, möglichst viele Menschen zur Registrierung als Stammzellspender zu bewegen. Die Bürgermeister der Region nominieren sich gegenseitig, um Spender zu gewinnen und so das Leben von Anne und anderen Betroffenen zu retten. Ein schönes Beispiel für diese Nominierung ist Johannes Zistl aus Feldkirchen-Westerham, der Bernd Fessler aus Großkarolinenfeld ins Rennen geschickt hat. Fessler, der über seine Nominierung überrascht war, zeigt sich jedoch optimistisch und plant, mindestens so viele Spender zu mobilisieren wie Zistl selbst.

Die Aktion hat bereits in mehreren Gemeinden wie Prutting, Eiselfing, Neubeuern, Pfaffing, Oberaudorf und Prien Halt gemacht. Die Bürgermeister betonen die Wichtigkeit dieser Aktion und ihre Bereitschaft, aktiv zu helfen. So hat auch Andreas Friedrich aus Prien Richard Richter aus Bruckmühl nominiert, während Matthias Bernhardt aus Oberaudorf Andreas Friedrich ins Spiel brachte. Diese Art der gegenseitigen Nominierung ist nicht nur eine kreative Methode, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern zeigt auch die Solidarität über Gemeindegrenzen hinweg.

Die Bedeutung der Typisierung

Leukämie ist eine heimtückische Krankheit, die jährlich etwa 13.500 Menschen in Deutschland betrifft. Bei unzureichender Therapie kann die Transplantation von Stammzellen eines nicht-verwandten Spenders oft die einzige Überlebenschance darstellen. Die Typisierung ist dabei ein entscheidender Schritt, denn nur wer typisiert ist, kann als potenzieller Stammzellspender gefunden werden. Diese schmerzfreie Prozedur erfordert lediglich einen Wangenabstrich und eine Einwilligungserklärung, um in die Datenbank aufgenommen zu werden.

Die Typisierung ist für alle gesunden Menschen ab 18 Jahren möglich, ab 16 Jahren jedoch nur mit Zustimmung der Sorgeberechtigten. Wer unter 40 Jahre alt ist, muss für die Typisierung keine Kosten tragen. Diese einfache und unkomplizierte Herangehensweise soll Berührungsängste abbauen und möglichst viele Menschen zur Teilnahme ermutigen.

Der Ablauf einer Stammzellspende

Die Durchführung einer Stammzellspende kann in mehreren Schritten erfolgen. Zunächst wird eine Blutabnahme zur Gewebetypisierung vorgenommen, deren Ergebnisse in einer Datenbank gespeichert werden. Bei Übereinstimmung mit einem Empfänger erfolgen weitere Tests zur Bestätigung der Eignung. Im Falle einer positiven Bestätigung wird die Stammzellproduktion durch Medikamente angeregt, was eventuell leichte, grippeähnliche Symptome zur Folge haben kann.

Die eigentliche Spende erfolgt dann durch eine größere Blutentnahme, die etwa vier Stunden in Anspruch nimmt und ärztlich überwacht wird. Die Stammzellen werden anschließend intravenös an den Empfänger verabreicht. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Erfolgschancen einer Transplantation zwischen 50 und 80 Prozent liegen, wodurch die Hoffnung auf ein gesundes Leben für viele Patienten gewahrt bleibt.

Die Typisierungsaktion im Landkreis Rosenheim ist nicht nur ein Zeichen der Hoffnung für Anne, sondern auch ein Aufruf an alle Bürger, sich aktiv an der Rettung von Leben zu beteiligen. Die Bürgermeister und die Gemeinschaft zeigen, wie wichtig es ist, sich über Gemeindegrenzen hinweg zu solidarisieren und gemeinsam für das Wohl der Erkrankten zu kämpfen. Weitere Informationen zur Typisierung und zum Ablauf einer Stammzellspende sind auf der Webseite der Stefan Morsch Stiftung und bei Bayern 3 zu finden.

Weitere Informationen zu diesem Thema sowie laufende Typisierungsaktionen können auch über die Webseite von Rosenheim24 abgerufen werden.