Mit Bedauern haben die Bürgerinnen und Bürger von St. Veit heute vom Ableben von Maria „Ridi“ Schrott erfahren. Die 86-jährige Schneiderin, die in Feldkirchen verstorben ist, war eine präsente Figur in der Stadt und in der Region bekannt für ihre Kunstfertigkeit im Schneidern. Ridi Schrott hatte ein besonderes Talent für geschickte Änderungsarbeiten, insbesondere an Trachten, und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei all jenen, die ihre Dienste in Anspruch nahmen. Wie Wegbegleiterin Elisabeth Wimmler es beschreibt, war ihre Genauigkeit und ihr Blick für Details bemerkenswert, was sie zu einer gefragten Schneiderin machte, deren Arbeit sie stets mit großer Freude verrichtete.

Den meisten in St. Veit wird Ridi Schrott als engagierte und leidenschaftliche Unterstützerin der St. Veiter Faschingsgilde in Erinnerung bleiben. Seit der Gründung der Gilde im Jahr 1964 war sie ein fester Bestandteil der Faschingsgemeinschaft und sorgte bis zum Jahr 2017 für die Kostüme der Akteurinnen und Akteure. Ihre Kreationen waren nicht nur funktionell, sondern auch mit viel Liebe und Tradition gefertigt. Neben den Kostümen der Gilde machte sie sich auch einen Namen mit den Trachten der Herzöge, die bei den Faschingsveranstaltungen zum Einsatz kamen. Ihre Schneiderei, die am Hauptplatz von St. Veit ansässig war, wurde regelmäßig besucht und war ein beliebter Anlaufpunkt für all jene, die das Besondere suchten.

Die St. Veiter Faschingsgilde

Die St. Veiter Faschingsgilde hat seit ihrer Gründung durch Kaspar Scharf und Stefan Knafl im Jahr 1964 eine wichtige Rolle im lokalen Brauchtum eingeübt. Der erste Herzog, Stefan Knafl, und der erste Präsident, Oswald Lindenbauer, legten den Grundstein für eine Tradition, die bis heute fortbesteht. Aktuell wird die Gilde von Herzog Andy I. (Andy Kainz) und Präsident Michael Huber geleitet, unterstützt von insgesamt 19 Gildenmitgliedern. Ein besonderes Ereignis ist der große Faschingsumzug, der am 4. März 2025 stattfinden wird. Die Faschingsgilde führt jährlich zwischen drei und neun Sitzungen durch, und dieses Jahr wirken rund 80 Personen an den Veranstaltungen mit.

  • Premiere der Sitzungen: 1. Februar 2025, 19:30 Uhr.
  • Weitere Sitzungen: 7., 8., 14. und 15. Februar 2025.
  • Ziel der Gilde: Organisation von Faschingssitzungen und Unterstützung der Menschen in der Region.

Der Ursprung des Grußes der Gilde, „Namla woll woll“, reicht zurück ins Mittelalter, als Hofnarren dem Regenten die Wahrheit sagen durften. Dieser geschichtsträchtige Brauch wird von den Mitgliedern der Gilde weiterhin mit Stolz hoch gehalten. Die Pandemie mag zwar eine Zeit des Rückzugs und der Unsicherheit gebracht haben, doch die Vorfreude auf die kommenden Faschingssitzungen ist klar spürbar.

Faschingsgeschichte in Österreich

Die Wurzeln des österreichischen Faschings reichen weit zurück bis ins 15. und 16. Jahrhundert. Die Förderung und Pflege dieser Traditionen wurden durch die Gründung des Bundes Österreichischer Faschingsgilden im Jahr 1962 vorangetrieben. Mit dem Ziel, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Gilden zu vertiefen und die Brauchtumspflege zu unterstützen, ist der Bund seit seiner Gründung ein zentraler Akteur im Faschingstreiben.

In diesen besonderen Zeiten ist es wichtig, die Arbeit und das kreative Erbe von Menschen wie Ridi Schrott zu würdigen und zu feiern. Ihr Beitrag zur St. Veiter Faschingsgilde und zur traditionellen Trachtenkunst wird in der Stadt stets in Erinnerung bleiben. Am 10. Juni wurde sie im Zeremonium der Bestattung Kärnten in St. Veit verabschiedet, umgeben von Freunden, Familie und Wegbegleitern, die ihr ein letztes Geleit geben wollten. Ihre Passion für das Schneiderhandwerk und ihr Herzblut für die Faschingsgilde werden unvergessen bleiben.

Die Erinnerungen an Ridi Schrott und ihr Wirken werden in St. Veit weiterleben, während die Faschingsgilde sich auf die kommenden Veranstaltungen vorbereitet und das Erbe der Traditionen in Ehren hält.