Heute ist der 2.04.2026. In der Laurentius-Kirche in Feldkirchen-Westerham ist ein großes Stahlgerüst im Altarraum errichtet worden. Der Grund für diese Maßnahme sind Putzabbröckelungen vom Deckengewölbe, die eine Teilsperrung des Gotteshauses notwendig machten. Zuvor war der Altarraum für vier Tage komplett gesperrt, bis ein Statiker Entwarnung gab und eine Einsturzgefahr ausschloss. Der größte Putzbrocken, der herunterfiel, war etwa pflaumengroß und sorgte für große Besorgnis unter den Kirchenbesuchern.
Das 16 Meter hohe und 16 Meter breite Stahlgerüst dient nicht nur der Ursachensuche der Schäden, sondern fungiert auch als Auffangnetz für abbröckelndes Mauerwerk. Eine zentrale Frage, die nun im Raum steht, ist, ob der aktuelle Schaden mit einem seit 2006 beobachteten Riss im Deckengewölbe zusammenhängt. Um dem auf den Grund zu gehen, wird ein Statiker den Schaden vom Gerüst aus begutachten, und es wird eine Baugrunduntersuchung mit einer Schürfgrube von etwa 2,50 Metern Tiefe durchgeführt.
Untersuchungen und weitere Maßnahmen
Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten möglicherweise Kernbohrungen erforderlich machen, um die Gegebenheiten unter dem Fundament zu klären. Die Arbeiten werden voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Das Landesamt für Denkmalschutz ist ebenfalls in die Maßnahmen eingebunden, da der Ortskern ein Bodendenkmal ist. Eine Kostenschätzung ist derzeit nicht möglich, da konkrete Aussagen der Fachleute noch ausstehen. Die Pfarrgemeinde plant, einen Zuschussantrag beim Ordinariat zu stellen, benötigt jedoch eine finanzielle Eigenleistung.
Ein weiteres Problem ist das Feuchtigkeitsproblem im Kirchturm der Kirche, das ebenfalls untersucht werden soll. In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen könnte der Einsatz von Rissmonitoren eine sinnvolle Ergänzung sein. Diese Geräte dienen der qualitativen und quantitativen Erfassung von Veränderungen in Rissen und ermöglichen eine präzise Dokumentation der Verformungen. Durch die Anordnung eines Fadenkreuzes über einem Strichraster sind Verformungen direkt ables- und dokumentierbar. Die Montage der Rissmonitore ist schneller und sicherer als bei herkömmlichen Gipsmarken, die oft fehlerhaft angebracht werden.
Finanzierung und Ausblick
Die Anschaffungskosten für Rissmonitore sind zwar höher als für Gips, relativieren sich jedoch durch die mehrfache Verwendbarkeit. Diese Geräte können über breite Risse oder planmäßige Bauwerksfugen montiert werden, was in der aktuellen Situation von großem Vorteil sein könnte. Die Dokumentation erfolgt üblicherweise über datierte Fotos, die die Lage des Fadenkreuzes über dem Strichraster darstellen und somit eine lückenlose Nachverfolgung der Fortschritte ermöglichen.
Die Pfarrgemeinde steht vor einer anspruchsvollen Zeit, in der nicht nur die Substanz der Kirche gesichert werden muss, sondern auch die finanzielle Basis für die notwendigen Arbeiten gelegt werden muss. Die Maßnahmen sind wichtig, nicht nur für den Erhalt des Gotteshauses, sondern auch für die Gemeinschaft, die eng mit dem Kirchengebäude verbunden ist.