In Feldkirchen bietet die Polytechnische Schule eine praxisnahe Basisausbildung für Jugendliche, die in die Berufswelt starten möchten. Am Tag der offenen Tür hatten interessierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über das umfangreiche Angebot der Schule zu informieren. Direktorin Gerhild Moser und das engagierte Lehrpersonal präsentierten ein abwechslungsreiches Programm in Zusammenarbeit mit Partnerfirmen, das die Schülerinnen und Schüler auf die verschiedenen Fachbereiche vorbereiten soll.
Die Polytechnische Schule ist auf acht Fachbereiche spezialisiert, die den Fokus auf die berufliche Orientierung legen. Dazu zählen unter anderem Technikbereiche wie Bau, Elektro, Holz, Metall und Mechatronik sowie wirtschaftliche Fachrichtungen wie Handel/Büro, Gesundheit/Schönheit/Soziales und Tourismus. Die Ausbildung ist praxisorientiert und auf die Interessen sowie Fähigkeiten der Jugendlichen abgestimmt, was sich in den etwa 14 Wochenstunden in den Fachbereichen widerspiegelt. Kleine Gruppen von zehn bis zwölf Schüler:innen ermöglichen eine individuelle Förderung, während enge Kooperationen mit regionalen Betrieben und Institutionen zahlreiche Lehrausgänge, Exkursionen und berufspraktische Wochen bieten. Auch Bewerbungstrainings und Schlüsselqualifikationen sind fester Bestandteil des Ausbildungsangebots. Besonders hervorzuheben ist die Förderung der Inklusion durch eine kooperative Kleinklasse für Schüler:innen mit erhöhtem Förderbedarf, was den integrativen Ansatz der Schule unterstreicht. (Quelle)
Berufsorientierungsprogramme für Jugendliche
Ein weiterer wichtiger Baustein in der beruflichen Orientierung ist das Berufsorientierungsprogramm (BOP), das sich an Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse richtet. Ziel dieses Programms ist es, die Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit ihrer beruflichen Zukunft anzuregen. Das BOP besteht aus zwei Teilen: einer Potenzialanalyse, in der die Schüler ihre Stärken durch praxisbezogene Aufgaben erkunden, und den Werkstatttagen, die es den Schülern ermöglichen, verschiedene Berufsfelder praktisch zu erkunden. Diese Werkstatttage finden in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten oder ähnlichen Einrichtungen statt. (Quelle)
Seit seiner Einführung im Jahr 2008 hat das BOP bereits über 2,3 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht, und bis Dezember 2024 wurden Zuschüsse in Höhe von rund 878 Millionen Euro bewilligt. Über 300 Bildungsstätten und mehr als 3.000 Schulen sind bundesweit als Kooperationspartner eingebunden. Die Betreuung des Programms erfolgt durch die Servicestelle Berufliche Orientierung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Besonders wichtig ist auch, dass das BMBF gezielt die berufliche Orientierung für zugewanderte Schülerinnen und Schüler unterstützt, um ihnen den Zugang zum deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem zu erleichtern. In diesem Zusammenhang wurde das Projekt „Kooperative Berufsorientierung für neu Zugewanderte (KooBO-Z)“ in Baden-Württemberg ins Leben gerufen.
Chancen für alle: Inklusion und Gendergerechtigkeit
Die Initiative Klischeefrei, die 2016 von den Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen wurde, setzt sich dafür ein, die Berufs- und Studienwahl ohne Geschlechterklischees zu gestalten. Diese Programme und Initiativen zeigen deutlich, dass die berufliche Orientierung in Deutschland nicht nur eine Frage der Ausbildung, sondern auch ein integrativer Prozess ist, der alle Jugendlichen in ihren individuellen Lebenslagen abholen möchte.
Mit dem kombinierten Angebot der Polytechnischen Schule Feldkirchen und den bundesweiten Programmen zur beruflichen Orientierung wird den Jugendlichen ein solides Sprungbrett ins Berufsleben geboten. So können sie nicht nur ihre Stärken entdecken, sondern auch wertvolle praktische Erfahrungen sammeln, die sie auf ihrem weiteren Weg unterstützen werden. In einer Zeit, in der die Anforderungen an junge Menschen ständig steigen, ist es wichtiger denn je, ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, um erfolgreich in die Berufswelt einzutreten.