Am 23. Februar 2026 erreicht die Gemeinde Feldkirchen-Westerham eine traurige Nachricht: Josef Kiesl ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Er war eine herausragende Persönlichkeit und ein geschätzter Träger der Rettungs-Medaille des Freistaats Bayern. Von 1969 bis 1997 leitete er die BRK-Bereitschaft Feldkirchen-Westerham und hat in dieser Zeit unzähligen Menschen geholfen.
Kiesl begann seine Laufbahn im Rettungsdienst bereits im Alter von 20 Jahren, als er in die Sanitätskolonne eintrat. Sein unermüdlicher Einsatz und seine Hilfsbereitschaft wurden nicht nur von den Bürgern geschätzt, sondern auch von offiziellen Stellen gewürdigt. Für die Rettung von drei jungen Menschen aus einem verunfallten Auto erhielt er die Rettungs-Medaille von Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Zudem wurde er vom Bayerischen Roten Kreuz als Ausbilder über vier Jahrzehnte geehrt und erhielt die BRK-Ehrennadel sowie das Ausbilder-Ehrenzeichen in Gold.
Ein letzter Abschied
Der Trauerzug zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Pfarrfriedhof in Götting wurde von der Musikkapelle angeführt, gefolgt von Fahnen der Rot-Kreuz-Bereitschaften und befreundeten Vereinen. In der St. Michael-Kirche fand ein gesanglich begleiteter Trauergottesdienst statt, geleitet von Pfarrer Augustin Butacu, der die Hilfsbereitschaft Kiesls sowie dessen vielfältige Interessen hervorhob. Dritter Bürgermeister Josef Hupfauer betonte in seinen Worten das Pflichtbewusstsein und den unermüdlichen Einsatz Kiesls für die Mitmenschen und die Gemeinde. Im Jahr 1996 wurde ihm für seine Verdienste die Bürgermedaille verliehen.
Josef Kiesl bleibt als Vorbild für alle, die sich im Ehrenamt engagieren. Seine Leistungen haben nicht nur die Rettungsbereitschaft in der Region geprägt, sondern auch viele Menschen inspiriert, sich ähnlich für ihre Mitmenschen einzusetzen.
Herausforderungen im Rettungsdienst
Die ehrenamtliche Arbeit im Rettungsdienst ist jedoch nicht unproblematisch. Bei der letzten Mitgliederversammlung des BRK-Kreisverbands Rosenheim, die im neuen Rotkreuzzentrum in Feldkirchen-Westerham stattfand, wurden aktuelle Herausforderungen diskutiert. Die Finanzierung des Rettungsdienstes stellt ein zentrales Problem dar, und es wurde festgestellt, dass die Ehrenamtsquote nicht eingehalten werden kann. Oft werden notwendige neue hauptamtliche Stellen mit Ehrenamtlichen besetzt, was die Ehrenamtsquote weiter senkt.
Die Weiterbildung der Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter erschwert die Situation zusätzlich. Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt forderte Verhandlungen mit den Kostenträgern, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Positiv ist jedoch zu vermerken, dass die Breitenausbildung an Teilnehmerzahlen zugenommen hat und neue Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen sowie Jugendsozialarbeit geplant sind.
Rettungsdienst im Wandel
Die Herausforderungen, vor denen der Rettungsdienst steht, sind nicht neu. Alle vier Jahre wird eine bundesweite Analyse des Leistungsniveaus im Rettungsdienst durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Rettungsdienstes und deren Entwicklung abzubilden. Die letzten Daten zeigen, dass es im Zeitraum von 2020 bis 2021 insgesamt 5.131.887 Einsatzfahrten und 4.882.921 Einsätze gab, was eine Abdeckung von 16,3 Prozent der Fläche und 16 Prozent der Bevölkerung Deutschlands umfasst.
Die Notfallrate stieg um fast 11 Prozent, während die Krankentransportrate um 35 Prozent sank. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Qualität des Rettungsdienstes anzuerkennen und zu verbessern. Die Ergebnisse sind mit denen der vergangenen Jahre vergleichbar, trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie. Eine Weiterführung der Analysen für den Zeitraum 2024/25 ist bereits vorgesehen.
Josef Kiesl hat mit seinem Lebenswerk einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sein Engagement in der Rettungsarbeit war nicht nur ein persönlicher Beitrag, sondern hat auch die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Rettungsdienstes in unserer Region gelegt. Sein Andenken wird weiterhin als Inspiration für viele Ehrenamtliche dienen.
Für weitere Informationen über Josef Kiesl und seine Verdienste können Sie die vollständige Berichterstattung unter diesem Link nachlesen. Auch die aktuellen Herausforderungen im Rettungsdienst sind umfassend dokumentiert und können unter hier und die bundesweite Analyse des Rettungsdienstes unter diesem Link eingesehen werden.