Im Bezirk Feldkirchen wird das Thema Inklusion großgeschrieben. Initiativen zur Förderung von mehr Teilhabe und sozialer Kompetenz werden hier aktiv umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist das kürzlich veranstaltete Inklusions-Fußballturnier an der MS Feldkirchen Digital. Doch das ist nicht alles: Ein Bezirks-Skicup wurde auf der Hochrindl organisiert, der Schülerinnen und Schülern mit mentalen Beeinträchtigungen aus der Kleinklasse der Volksschule Feldkirchen, der Polytechnischen Schule Feldkirchen und der Timeout-Gruppe der Mittelschule Feldkirchen Digital eine besondere sportliche Erfahrung bot.

Organisator Gerhard Wernig, Sportkoordinator an der Mittelschule Feldkirchen Digital, stellte sicher, dass die Kinder Freude am Skifahren hatten. Die Rennstrecke wurde so angelegt, dass sie für viele Kinder gut zu bewältigen war. Eine Inklusionsgruppe sorgte für ein gemeinsames sportliches Erlebnis auf der Skipiste. Vor der Veranstaltung fanden zudem gemeinsame Trainingseinheiten statt, geleitet von Lehrerin Cornelia Pertl und Skitrainer Dario Pick. Unterstützt wurde dieses Projekt durch den Rotary Club Feldkirchen als Sponsor, der die inklusive Initiative im Bezirk tatkräftig fördert. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Bewegung, sozialen Kompetenzen, gegenseitigen Respekt und Gemeinschaftssinn zu stärken.

Inklusion im Sport: Ein breiterer Blick

Die Idee der Inklusion im Sport geht über lokale Veranstaltungen hinaus. Christine Göttfried, die Initiatorin und Gründerin des Göttfried Inklusions Skicup, ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür. Sie wurde mit einer Tetraspastik geboren und ist seit 1999 die Behindertenbeauftragte der Gemeinde Kreuth. Trotz ihrer Spastik führt sie ein fast normales Leben und hat 2015 die Firma Tessier entdeckt, die Sportgeräte für Menschen mit Behinderung herstellt. Nach dem Test des Duo Dualski am Hirschberg war sie begeistert vom Skifahren, das ihr ein Gefühl von Freiheit gab und sie motivierte, einen Ski Cup zu gründen. So fand am 18.02.2017 der erste Göttfried Inklusions Cup statt, der Teilnehmer mit und ohne Handicap aus der Umgebung anzieht und Inklusion fördert. Seit 2018 steht der Cup unter der Schirmherrschaft von Georg Kreiter, einem deutschen Monoski-Fahrer, und jährlich wird eine Tombola organisiert, deren Einnahmen behindertengerechte Sportgeräte finanzieren.

Die Bedeutung von Inklusion im Sport lässt sich nicht hoch genug einschätzen. Sie bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen, unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Der Index für Inklusion im Sport ist ein praxisorientiertes Instrument, um Sportvereine bei der inklusiven Gestaltung ihrer Angebote zu unterstützen. Der Sport schafft nicht nur Räume für Bewegung, sondern auch für soziale Teilhabe und Gemeinschaftsgefühl, insbesondere für Menschen mit Behinderungen oder sozialen Benachteiligungen.

Die Zukunft der Inklusion im Sport

Inklusion im Sport ist ein fortlaufender Prozess, der das Recht auf Bewegung, Gemeinschaft und sportliche Entfaltung für alle Menschen betont. Es gilt, Barrieren abzubauen und Vielfalt als Bereicherung zu empfinden. Praktische Schritte zur Schaffung inklusiver Sportangebote beinhalten die Sensibilisierung für Inklusion, den Abbau von Zugangsbarrieren und die Anpassung von Regeln. Übungsleiter:innen spielen dabei eine zentrale Rolle und ihre Ausbildung umfasst auch Grundlagen der Inklusion und den Umgang mit Heterogenität.

Die Visionen für die Zukunft reichen von inklusiven Olympischen Spielen bis zu einer Sportlandschaft, in der Vielfalt die Norm ist. Solche Initiativen wie der Ski-Bezirkscup in Feldkirchen und der Göttfried Inklusions Skicup tragen dazu bei, diese Visionen in die Realität umzusetzen und ein Miteinander auf Augenhöhe zu fördern. Der Weg ist noch lang, doch die ersten Schritte sind gemacht und die Begeisterung der Kinder auf der Piste zeigt, dass Inklusion im Sport eine wertvolle und lebendige Realität werden kann.