In Feldkirchen wird Architektur lebendig, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Das Holzhaus, entworfen von den Kuntscher Tscherning Architekten, hat beim internationalen Wettbewerb „Häuser des Jahres 2025“ des Callwey Verlags den ersten Platz belegt. Dieses beeindruckende Gebäude, errichtet in Massivholzbauweise mit regionalem Holz aus dem Allgäu, zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Licht und Raum harmonisch miteinander verschmelzen. Die lichtdurchfluteten Räume bieten eine flexible Raumgestaltung ohne Türen, abgesehen von der Eingangs- und Badtür, und erstrecken sich über drei Geschosse. So wird ein offenes Wohnkonzept geschaffen, das den Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird.
Der Callwey Best of Architecture Summit, der über 500 Gäste in München versammelte, ehrte nicht nur dieses herausragende Holzhaus, sondern auch insgesamt 49 Projekte. Die Veranstaltung beinhaltete ein Vortragsprogramm zu Planung und Bau sowie die feierliche Award-Verleihung. Unter den fünf vergebenen Anerkennungspreisen waren bemerkenswerte Projekte wie der Umbau eines denkmalgeschützten Heubodens zu Wohnraum durch Piertzovanis Toews Architekten und das umweltfreundliche „Re:House“ von Markus Jeschaunig in Graz. Jedes dieser Projekte setzt Maßstäbe in der Architektur und fördert innovative Ansätze im Umgang mit Ressourcen.
Holzbau als Zukunftsmodell
Holzbau in Deutschland ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Rund ein Viertel aller Neubauten werden mit Holz errichtet, was nicht nur die regionale Wertschöpfung fördert, sondern auch moderne Architektur mit Klimaverantwortung verbindet. Der Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025/26 lädt Bauherrinnen, Bauherren und Planer zur Teilnahme ein, um herausragende Projekte mit vorbildlichem Einsatz von Holz und biobasierten Materialien auszuzeichnen. Hierbei ist der Wettbewerb Teil der Holzbauinitiative des Bundes und eingebettet in das Förderprogramm „Nachhaltige erneuerbare Ressourcen“. Ziel ist es, hervorragende Bauvorhaben zu würdigen und den Wandel im Bauwesen zu motivieren.
Die Bedeutung des Holzbaus wird durch die beeindruckenden Waldflächen in Deutschland unterstrichen. Rund 32 % der Landesfläche sind mit Wald bedeckt, und die nachhaltige Waldbewirtschaftung sorgt dafür, dass mehr Holz nachwächst als geerntet wird. Deutschland hat einen Holzvorrat von etwa 3,7 Milliarden Kubikmetern und ist führend in Europa. Dies ermöglicht eine ressourcenschonende und klimafreundliche Bauweise, die nicht nur wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Regionen anregt, sondern auch die Abhängigkeit von Importen reduziert.
Eine neue Ära der Architektur
Die Transformation zu klimaresilienten Mischwäldern stellt neue Herausforderungen, bietet jedoch auch Chancen für die Forst- und Holzbranche. Ein Großteil des Bauholzes in Deutschland stammt aus heimischen Wäldern, was lokale Wirtschaftskreisläufe stärkt und gleichzeitig die Biodiversität sowie die Klimaschutzleistungen des Waldes erhält. Die Holzbauinitiative zielt darauf ab, die Verfügbarkeit von Holz langfristig zu sichern und die Kaskadennutzung von Holz zu fördern, um eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft zu gewährleisten.
In einer Zeit, in der nachhaltiges Bauen und Wohnen immer wichtiger werden, zeigt das Holzhaus in Feldkirchen, wie moderne Architektur mit traditionellen Materialien kombiniert werden kann, um zukunftsfähige Wohnräume zu schaffen. Der Erfolg bei den „Häusern des Jahres 2025“ ist dabei nicht nur eine Auszeichnung für die Architekten, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche, dass innovative und nachhaltige Ansätze gefragt sind. Wer mehr über diese beeindruckenden Entwicklungen erfahren möchte, kann sich auf den Seiten der Süddeutschen Zeitung oder der HolzbauPlus-Wettbewerbsseite informieren.