In Feldkirchen hat Granit Osmani (35) das Stadtcafé von seinem Vater übernommen, der das Lokal über ein Jahrzehnt geführt hat, bevor er im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging. Ursprünglich als Übergangslösung gedacht, entschlossen sich Granit und seine Frau Blerina, das Café offiziell weiterzubetreiben. Das Stadtcafé erfreut sich großer Beliebtheit und hat eine vielfältige Speisekarte, die sowohl italienische Spezialitäten wie Pizzen, Pasta und Salate als auch Balkangerichte wie Cevapcici und internationale Speisen wie Burger umfasst. Um den Gästen einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, gibt es vom 9. bis 15. Februar eine Spezialaktion: zu jeder Hauptspeise ein kostenloses Dessert. Zudem wird ein Lieferservice angeboten, der gut angenommen wird und viele Stammkunden anzieht. Mehr Informationen finden sich in einem Artikel der Kleinen Zeitung.
Doch der Gastronom Granit Osmani ist nicht der einzige, der in Feldkirchen vor Herausforderungen steht. In der 10.-Oktober-Straße suchen gleich mehrere Gastronomen nach Nachfolgern für ihre Lokale. Während Osmani plant, das Stadtcafé bis zur Findung eines Nachfolgers weiterzuführen – es gibt bereits einige Interessenten – sieht sich Ewald Koschu vom Café Lino mit Platzmangel in der Küche und fehlendem Lagerraum konfrontiert. Zudem möchte er die Mittagskarte erweitern, was unter den aktuellen Bedingungen schwierig ist. Sein Mietvertrag läuft bis Mai, und ohne Nachfolger droht eine Schließung. Auch Abdelmadjid Bousbia sucht einen Nachfolger für das Café Classic, das er vor vier Jahren für seinen verstorbenen Sohn gepachtet hat. Er plant, sich nach seinem 70. Geburtstag in den Ruhestand zu begeben und hat eine Frist bis Juni gesetzt, um einen Nachfolger zu finden. Interessenten können sich direkt bei den Gastronomen melden: Granit Osmani unter 0660-22 37 306, Ewald Koschu unter 0664-100 74 17 und Abdelmadjid Bousbia unter 0664-52 04 651. Weitere Details sind im Artikel von Mein Bezirk zu finden.
Herausforderungen der Gastronomie
Die Situation der Gastronomen in Feldkirchen ist Teil eines größeren Trends, der in der Gastronomie und Hotellerie in Deutschland zu beobachten ist. Laut einem Report der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ziehen 28% der Senior-Chefs und -Chefinnen in Betracht, ihre Unternehmen zu schließen. Dies stellt einen Anstieg von 25% im Vorjahr dar. In den nächsten fünf Jahren könnten mehr als eine Viertelmillion Unternehmen vor dem Aus stehen, wobei besonders Hotels und Gastronomiebetriebe betroffen sind. Der Fach- und Arbeitskräftemangel sowie hohe Investitions- und Modernisierungsbedarfe stellen zusätzliche Herausforderungen dar. In ländlichen Regionen sind die Auswirkungen besonders spürbar.
Die Gastronomen stehen unter einer „Kostenklemme“, die durch hohe Mieten, Energiepreise und gestiegene Mindestlöhne bedingt ist. Inflationsbedingt haben viele Gäste schmalere Budgets, was die Gewinnmargen weiter belastet. Zudem erfordern Anpassungen an neue Zielgruppen, wie etwa die Integration von Nachhaltigkeit und Online-Lieferservices, erhebliche Ressourcen. Ein weiteres Hemmnis sind die hohen Berichts- und Dokumentationspflichten, die insbesondere bei der Nachfolge eine erhebliche Hürde darstellen. Alt-Inhaber sind oft stark an ihrem Lebenswerk gebunden, was zu unrealistisch hohen Kaufpreis- und Pachtforderungen führt. Diese Herausforderungen machen die Nachfolge in der Gastronomie zu einem drängenden Thema. Weitere Informationen sind im DIHK-Report zu finden, der unter dehoga-nrw.de einsehbar ist.