Die Marktgemeinde Feldkirchen in Oberösterreich entwickelt sich zu einem Hotspot der Energiewende. In den letzten Jahren wurden hier mehrere Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG) ins Leben gerufen, darunter EEG Lacken-Mitte, EEG Lacken-West, EEG Lacken/Waidholz, EEG Lacken Schatzsiedlung und EEG Energiewende Feldkirchen/Donau. Diese Initiativen haben sich zum Ziel gesetzt, lokal erzeugten Strom, insbesondere aus Photovoltaikanlagen, zu nutzen. Damit wollen die Mitglieder ihre Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten erhöhen und einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten. Laut aktuellen Informationen engagieren sich bereits rund 460 Mitglieder aktiv in diesen Gemeinschaften.
Ein weiteres Ziel dieser Energiegemeinschaften ist es, im Jahr 2025 über 200 MWh Strom innerhalb der Gemeinschaften zu teilen. Die dezentral organisierten Strukturen, wie EEG Lacken-Mitte und EEG Lacken Schatzsiedlung, konzentrieren sich auf den Raum Lacken, während EEG Lacken/Waidholz mehrere Siedlungsbereiche verbindet und EEG Energiewende Feldkirchen als übergreifende Plattform fungiert. Die Mitglieder profitieren von günstigeren und stabileren Strompreisen, reduzierten Netzentgelten und höherer Versorgungssicherheit. Auch Haushalte ohne eigene Photovoltaikanlage können teilnehmen und von der regional erzeugten Energie profitieren. Die Jahreshauptversammlung der Energiegemeinschaften fand am 9. April im Gasthaus Wögerer statt.
Die Rolle der Energiegemeinschaften
Energiegemeinschaften sind mehr als nur Zusammenschlüsse von Bürgern; sie sind ein entscheidender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft. Laut einem Positionspapier der Begleitforschung Energiewendebauen und einer Kurzstudie des Instituts für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) ermöglichen sie Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Institutionen eine aktive Teilnahme an der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung erneuerbarer Energien. Dies geschieht im Einklang mit der EU-Richtlinie 2018/2001 (RED II), die den Fokus auf lokale und dezentrale Energieversorgung legt. Die Energie wird primär für den Eigenverbrauch der Mitglieder genutzt, was zur Stärkung der Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort beiträgt.
Die Experten sehen in den EEGs den Schlüssel zur Energiewende, da sie die Bürgerbeteiligung und Akzeptanz stärken. Diese Gemeinschaften fördern den lokalen Ausbau erneuerbarer Energieanlagen und steigern die Effizienz. Mitglieder einer EEG dürfen den Strom aus gemeinsam betriebenen Anlagen über das öffentliche Netz teilen, speichern und handeln. Auch einkommensschwache Haushalte sollen von der Energiewende profitieren. Um diese Entwicklungen weiter zu unterstützen, schlägt das Positionspapier von Januar 2025 Anpassungen des Energiewirtschaftsgesetzes vor, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Herausforderungen und Zukunftsausblick
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen. Laut der Kurzstudie von IZES sind unklare Rechtsdefinitionen und fehlende Flexibilität bei Netztarifen zentrale Hürden für die Integration der EEGs ins Stromsystem. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind Empfehlungen wie flexible Stromtarife, netzdienliches Verhalten auf unteren Spannungsebenen und intelligente Mess- und Energiemanagementsysteme notwendig. Ein einfacher rechtlicher Rahmen und die Installation intelligenter Messsysteme durch Netzbetreiber sind entscheidende Schritte, um die EEGs aktiv zu unterstützen.
Insgesamt zeigen die Entwicklungen in Feldkirchen, wie wichtig Energiegemeinschaften für die lokale und nachhaltige Energieproduktion sind. Sie bieten nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern tragen auch zur Reduktion von Emissionen und zur Erhöhung der Akzeptanz erneuerbarer Energien bei. Die zukünftige Gestaltung des regulatorischen Rahmens wird entscheidend sein, um das Potenzial dieser Gemeinschaften voll auszuschöpfen und einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende zu leisten. Weitere Informationen zu den Entwicklungen und Möglichkeiten der Energiegemeinschaften finden Sie unter diesem Link.