In Kärnten zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: Zwischen 2025 und 2026 wird die Region fast 2000 potenzielle Arbeitskräfte verlieren. Diese Entwicklung ist Teil eines umfassenderen demografischen Wandels, der bis 2030 fast 9000 Menschen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren aus Kärnten verschwinden lässt. Bis 2040 wird die Zahl der fehlenden Erwerbspersonen sogar auf 24.000 ansteigen, was der Einwohnerzahl der Städte St. Veit und Feldkirchen entspricht. Diese alarmierenden Prognosen werfen Fragen zur Zukunft des Arbeitsmarktes und zur politischen Reaktion auf das demografische Ungleichgewicht auf. Die Politik scheint sich jedoch wenig für die tragischen Folgen dieser Situation zu interessieren, obwohl die Anzahl älterer Menschen steigt, während die Zahl der Fachkräfte, Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer und Schüler rückläufig ist. Kärnten ist zwar besonders stark betroffen, jedoch ist es nicht das einzige Bundesland in Österreich, das mit diesem Problem kämpft. Zahlreiche Lösungsvorschläge sind vorhanden, doch werden diese nicht ernsthaft verfolgt. (Quelle)
Die Herausforderungen, die durch den demografischen Wandel entstehen, sind nicht auf Österreich beschränkt. Auch in Deutschland wird ein ähnlicher Rückgang der Erwerbsbevölkerung prognostiziert. Das Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) analysiert bis 2029 die Arbeitsmarktströme und schätzt Fachkräftebedarfe in verschiedenen Berufsgruppen. Bis 2029 könnten rund 530.000 Fachkräfte fehlen, wobei insbesondere strukturschwache Regionen betroffen sind. Die Digitalisierung, der Klimawandel und die Energiewende haben ebenfalls Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, führen zu Arbeitsplatzabbau und erhöhen den Bedarf an neuen Kompetenzen. (Quelle)
Ursachen und mögliche Strategien
Die Ursachen für den Rückgang der Erwerbsbevölkerung sind vielfältig. Der demografische Wandel wird verstärkt durch den Ruhestand der Babyboomer-Generation, was zu einem sinkenden Arbeitskräfteangebot führt. Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, müssen verschiedene Strategien in Betracht gezogen werden. Dazu zählen die Aktivierung nicht erwerbstätiger Personen, ein längerer Verbleib älterer Menschen im Berufsleben sowie die Integration Zugewanderter in den Arbeitsmarkt. Ein weiterer Ansatz könnte die Ausweitung der Wochenarbeitszeit sein. Auch die Weiterbildung spielt eine entscheidende Rolle, um Passungsprobleme zwischen Qualifikationen und Anforderungen zu vermeiden. (Quelle)
Die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen ist kurzfristig ein Mittel zur Erhöhung des Arbeitskräfteangebots, jedoch wird eine langfristige Erhöhung eher bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund erwartet. In Deutschland haben 2024 etwa 3,1 Millionen Personen in der stillen Reserve gearbeitet, die zwar Arbeit wünschen, jedoch nicht aktiv auf der Suche sind. Zudem zeigen sich regionale Unterschiede: In Großstädten ist der Anteil ausländischer Beschäftigter höher, was zur Stabilität des Beschäftigungsmarktes beiträgt. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel sind also komplex und erfordern abgestimmte Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen.