Heute ist der 6.03.2026 und in Feldkirchen sorgt eine Baustelle für Aufregung: Die Bahnstrecke zwischen Kreuzstraße und Westerham bleibt bis voraussichtlich Ende April gesperrt. Der Grund dafür ist ein Hangrutsch, der nach starken Schneefällen und Regenfällen am 25. Februar aufgetreten ist. Die Deutsche Bahn hat daraufhin ein Warnsystem aktiviert, das Bewegungen im Bahndamm registrierte, was zur sofortigen Einstellung des Zugverkehrs führte. Um die Reisenden nicht im Regen stehen zu lassen, wurde ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen durch die Bayerische Regiobahn (BRB) eingerichtet.
Die Sanierung des Bahndamms erfolgt mit einem speziellen Verfahren, das als „Vernagelung“ bekannt ist. Bei diesem Verfahren werden neue Rigolen eingebaut, um Regenwasser besser aufzunehmen und versickern zu lassen. Das Ziel dieser umfassenden Sanierungsmaßnahme ist die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Damms gegen künftige Starkregenereignisse. Die Bauzeit wird auf rund acht Wochen geschätzt, wobei die genauen Prognosen nach den ersten Baufortschritten präzisiert werden können. Die witterungsbedingten Einflüsse, insbesondere die Niederschläge, könnten jedoch den Zeitplan beeinflussen.
Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Für Pendler und Reisende, die die BRB-Linie 58 (Rosenheim – Holzkirchen – München) nutzen, gibt es weitere Einschränkungen. Bis Ende März entfallen die meisten Halte an den Stationen Heufeldmühle und Hinrichssegen aufgrund von Geschwindigkeitsreduzierungen. Wer auf die Bahn angewiesen ist, sollte sich daher regelmäßig über die Fahrplanänderungen informieren. Diese sind auf der Internetseite der BRB sowie über deren Facebook- und WhatsApp-Kanäle einsehbar.
Vergleich mit anderen Sanierungsprojekten
Die Herausforderungen, die sich durch Hangrutschungen ergeben, sind nicht neu. Ein weiteres Beispiel ist die Sanierung einer Hangrutschung an der DB-Strecke 2810, die durch starke Regenereignisse im Sommer 2021 in Hagen-Volmetal verursacht wurde. Dort traten Hangrutschungen auf einer Länge von über 200 m auf, mit Böschungen bis zu 10 m Höhe, was erhebliche Einschränkungen für den Bahnverkehr zur Folge hatte. Bei der Sanierungsplanung mussten die extrem steilen Abrisskanten der Böschung berücksichtigt werden. Geplant wurde eine 3 m hohe Trägerbohlwand mit dauerhafter Stahlausfachung, um den Böschungsfuß anzuheben und die Böschung abzuflachen. Dazu kamen Drainageleitungen, die zukünftiges Oberflächen- und Schichtenwasser ableiten sollten, um Schäden wie in der Vergangenheit zu vermeiden. Weitere Details zu diesem Projekt können auf der Webseite von Dr. Spang nachgelesen werden.
Die Ereignisse rund um die Bahnstrecke in Feldkirchen sind ein eindringlicher Reminder dafür, wie wichtig es ist, die Infrastruktur gegen die Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen. Starkregenereignisse, die immer häufiger auftreten, erfordern nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern auch langfristige Strategien zur Stabilisierung und Sicherung unserer Verkehrswege. Die Sanierungsarbeiten in Feldkirchen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Widerstandsfähigkeit der Bahninfrastruktur zu erhöhen und die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie in unserem Magazin sowie auf den Webseiten der betroffenen Unternehmen und Organisationen.