In Bad Kleinkirchheim feiert die Bäckerei Weissensteiner ein bemerkenswertes Jubiläum: Ihr 100-jähriges Bestehen. Die Traditionsbäckerei, die 1926 gegründet wurde, hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil der Kärntner Backtradition entwickelt. Mit einer jährlichen Produktion von über 2,5 Millionen Stück Gebäck und 12 Filialen in Kärnten stellt Weissensteiner nicht nur die Qualität ihrer Produkte in den Vordergrund, sondern unterstützt auch die regionale Wirtschaft.
Das Unternehmen legt großen Wert auf die Verwendung regionaler Rohstoffe und produziert ohne künstliche Zusätze. Geschäftsführer Johannes Weissensteiner, der den Betrieb seit 1986 in dritter Generation führt, äußert sich kritisch zur aktuellen politischen Situation und der Mehrwertsteuersenkung, die die Branche in ihrer wirtschaftlichen Stabilität beeinträchtigt. Trotz der Herausforderungen, die viele Bäckereien in Österreich in den letzten Jahren aufgrund hoher Rohstoff- und Energiepreise sowie gestiegener Lohnkosten erfahren haben, hat Weissensteiner in den letzten 40 Jahren erfolgreich expandiert und beschäftigt mittlerweile rund 100 Mitarbeiter.
Innovationen und neue Filialen
Die Eröffnung der 12. Filiale in den City Arkaden in Klagenfurt ist ein weiterer Meilenstein für die Bäckerei. Die Marketing-Leitung, Anna Weissensteiner, beschreibt diesen Moment als besonderen für den Familienbetrieb, der Handwerk mit regionaler Qualität und modernem Design verbindet. Bäckermeister Johannes Weissensteiner betont, dass die Bäckerei auch weiterhin nach denselben Prinzipien backt: mit heimischen Zutaten, hoher Qualität, Zeit und Liebe zum Detail. Zudem zeigt man sich offen für neue Ideen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Zu den innovativen Produkten zählen unter anderem eigene Kaffeesorten sowie der Brot-Gin, aber auch neue Artikel wie WeBread (Brotbackmischungen), HOLLA (ein Getränk aus Kärntner Äpfeln und Bio-Holunder) und NockGin, der aus Altbrot hergestellt wird, um nachhaltige Weiterverwertung zu fördern. Diese Kreativität zeigt, dass Weissensteiner nicht nur in der Tradition verwurzelt ist, sondern auch bereit ist, neue Wege zu gehen.
Herausforderungen und Ausblick auf die Branche
Die Herausforderungen, vor denen das Bäckerhandwerk steht, sind vielfältig. Laut dem „Bäckerei-Monitor Deutschland 2025“, veröffentlicht von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Hans-Böckler-Stiftung, ist das traditionelle Bäckerhandwerk unter Druck, hat jedoch auch Chancen für einen erfolgreichen Wandel. Fachkräftemangel, hohe Arbeitsbelastung und ein starker Strukturwandel sind nur einige der Themen, die die Branche beschäftigen. Trotzdem gibt es einen positiven Trend bei den Ausbildungszahlen, mit einem Anstieg von 11,4% bei den Bäckerinnen-Azubis und 22,5% bei den Fachverkäuferinnen in Ausbildung.
Insgesamt arbeiten rund 282.000 Menschen in der Branche, doch der Druck ist hoch: 86% der Beschäftigten erleben regelmäßig Zeitdruck und Stress. Vor diesem Hintergrund ist die Bäckerei Weissensteiner ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich sowohl den Herausforderungen stellt als auch mit Innovationen und Tradition auf die Zukunft vorbereitet. Mit dem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2026 hat die Bäckerei nicht nur eine lange Geschichte hinter sich, sondern auch eine vielversprechende Zukunft vor sich.
Für weitere Informationen über die Bäckerei Weissensteiner und ihre Produkte kann man die Kleine Zeitung und Mein Bezirk besuchen. Der „Bäckerei-Monitor Deutschland 2025“ ist ebenfalls als kostenfreies PDF verfügbar unter NGG.