Im Burgenland wird derzeit eine umfassende Untersuchung zur Luftqualität durchgeführt, die insbesondere den Asbestgehalt in der Außenluft im Fokus hat. Die Luftmessungen finden an verschiedenen Standorten statt, wobei jedes Messgerät dreifach installiert wird. Diese Vorgehensweise gewährleistet eine präzise und verlässliche Datenerhebung. Zusätzlich werden an stark frequentierten Orten spezielle Luftmessungen mittels Personalsample durchgeführt, um die Exposition gegenüber Asbestfasern besser zu verstehen. Die Messungen orientieren sich an den Normen ISO 14966 und VDI 3492 und erstrecken sich über einen Zeitraum von acht Stunden.

Im Rahmen der Studie sind mehrere Messdurchgänge geplant, um verschiedene klimatische Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu berücksichtigen. Der Messvorgang selbst ist durchdacht: Ein der menschlichen Atmung nachempfundener Volumenstrom wird durch eine Pumpe über einen Goldfilter geleitet, wobei die gesammelten Fasern anschließend mit einem Rasterelektronenmikroskop identifiziert, vermessen und ausgezählt werden. Die Faserzahl pro Luftvolumen wird durch Hochrechnung der gesammelten Fasern und des angesaugten Luftvolumens ermittelt. Um die Ergebnisse abzusichern, werden punktuelle Ausbreitungssimulationen erstellt.

Standards und Verfahren zur Asbestmessung

Die Verfahren zur Bestimmung der Asbestfaserkonzentration haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Die überarbeiteten Analysenverfahren, wie sie in der DGUV veröffentlicht sind, beinhalten unter anderem die Anwendung der Phasenkontrastmikroskopie, die von der WHO empfohlen wird und in der Richtlinie 83/477/EWG zitiert wird. Insbesondere die Methoden zur Bestimmung lungengängiger Fasern sind entscheidend, um die Gesundheitsrisiken, die mit Asbest in der Luft verbunden sind, genau zu erfassen. Hierbei kommen sowohl lichtmikroskopische als auch rasterelektronenmikroskopische Verfahren zum Einsatz, die in verschiedenen DGUV-Informationen dokumentiert sind.

In der Luftmessung ist es wichtig, dass die Probenahme mit speziellen Geräten erfolgt, die Luft durch einen Membranfilter saugen. Diese Probenahme sollte möglichst über mindestens acht Stunden oder bis zu einem Volumen von 1 m³ Luft durchgeführt werden. Eine sorgfältige Wahl der Probenahmestelle ist essenziell, da Zuluft- und Umluftanlagen während der Probenahme deaktiviert werden müssen, um verfälschte Ergebnisse zu vermeiden. Die Analyse selbst erfolgt im Labor, wobei ein Rasterelektronenmikroskop zur Bestimmung und Identifikation der Asbestfasern verwendet wird. Die Expertise geschulten Personals ist dabei unerlässlich, um genaue Ergebnisse zu gewährleisten.

Gesundheitliche Risiken und Notwendigkeit von Messungen

Asbest in der Raumluft stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere wenn Asbestfasern freigesetzt werden. Diese Fasern können Krankheiten wie Lungenkrebs und Asbestose verursachen. Daher sind regelmäßige Raumluftmessungen notwendig, um die Asbestkonzentrationen unter den gesetzlichen Grenzwerten zu halten. Solche Messungen sind besonders wichtig nach Sanierungsarbeiten, bei Verdacht auf Asbestbelastung und zur Kontrolle der Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz.

Die Ergebnisse der Messungen sind die Grundlage für Schutzmaßnahmen und rechtliche Vorschriften, wie sie in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 519) festgelegt sind. Die Einhaltung von Grenzwerten ist entscheidend, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Bewohnern zu gewährleisten. Der MAK-Wert für Asbest in Arbeitsbereichen liegt bei maximal 0,01 Fasern pro Milliliter Luft, und es besteht ein Minimierungsgebot, die Konzentration auf 10 % dieses Wertes zu senken.

Fachgerechte Raumluftmessungen tragen dazu bei, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Sie sind nicht nur sinnvoll zur Einschätzung unbekannter Belastungen, sondern auch zur Prüfung von Arbeitsumgebungen mit Asbestkontakt und zur regelmäßigen Kontrolle in Betrieben, die mit kontaminierten Materialien umgehen. Wer in dieser Hinsicht tätig werden möchte, sollte ein spezialisiertes, akkreditiertes Labor beauftragen, um eine präzise Analyse der Luftqualität sicherzustellen.