Am 10. Februar 2026, in Rust im Ortenaukreis, Deutschland, wurden ernsthafte Vorwürfe gegen den Europa-Park laut. Eltern beschuldigen das Personal des Erlebnisbades Rulantica, nicht adäquat auf das Verschwinden ihrer sechsjährigen Tochter reagiert zu haben. Die Situation war alarmierend, als das Kind plötzlich aus den Augen verloren wurde und die Eltern mehrmals um Hilfe baten. Doch, wie sie berichten, wurde keine Durchsage gemacht, um nach dem Kind zu suchen, und die Sicherheitskräfte wurden nicht alarmiert. Auch die Kasse am Ausgang war nicht über den Vorfall informiert, was die Situation weiter verschärfte.

Der Europa-Park hat zu den laufenden Gerichtsverfahren bisher keine Stellungnahme abgegeben. Ein 31-jähriger Mann hat gestanden, das Kind aus dem Bad gelockt und in einem Maisfeld sexuell missbraucht zu haben. Das geplante Urteil wird voraussichtlich Anfang März erwartet. In Reaktion auf den Vorfall hat der Europa-Park zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im Rulantica-Bad getroffen. Dazu gehört die Einführung eines multifunktionalen Armbands für Minderjährige, das den Ausgang am Drehkreuz blockiert. Es besteht zudem die Möglichkeit, mehrere Armbänder im Familienverbund zu koppeln, sodass der Ausgang nur mit Zustimmung eines Erwachsenen möglich ist.

Vorwürfe und Reaktionen

Die Eltern werfen dem Personal im Erlebnisbad vor, seine Pflichten verletzt zu haben. Dies geschieht nicht ohne Grund, denn die Berichte stimmen überein: Das Personal habe nicht nur nicht reagiert, sondern auch kein angemessenes Krisenmanagement gezeigt. Die Eltern haben dies in ihren Aussagen untermauert, indem sie darauf hinwiesen, dass sie mehrfach um Hilfe baten, aber keine Unterstützung erhielten. Die wiederholten Vorwürfe zeigen, dass hier grundlegende Sicherheitsmaßnahmen in Frage gestellt werden.

Die Situation wirft ein grelles Licht auf die Notwendigkeit eines effektiven Schutzkonzepts für Kinder in Freizeit- und Erlebnisstätten. Die Risikoanalyse, die in solchen Einrichtungen durchgeführt werden sollte, verfolgt zwei zentrale Fragen: Welche Bedingungen könnten Täter ausnutzen, und finden betroffene Kinder Ansprechpersonen, die sensibilisiert sind und helfen können? Insbesondere die Erfahrungen der Kinder sind hierbei unverzichtbar, um die Sicherheitsstandards zu verbessern.

Schutzkonzepte und Prävention

Die Notwendigkeit einer umfassenden Risiko- und Potentialanalyse in Einrichtungen wie dem Europa-Park wird durch diesen Vorfall besonders deutlich. Frühere Fälle von sexueller Gewalt sollten in die Risikoanalyse einfließen, um Schwachstellen in der Institution zu identifizieren und auszuschließen. Ergebnisse solcher Analysen sind essenziell, um konzeptionelle und strukturelle Verbesserungen im Sinne des Kinderschutzes aufzuzeigen. Es ist wichtig, präventive Strukturen zu schaffen, die nicht nur auf aktuelle Gefahren reagieren, sondern auch langfristige Sicherheitsstandards etablieren.

Die Tragödie, die sich im Rulantica ereignet hat, könnte als Weckruf für Freizeitparks und ähnliche Einrichtungen dienen, um ihre Sicherheitsprotokolle zu überdenken und zu verbessern. Nur so können solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden. Für weitere Informationen zu den Vorwürfen und dem aktuellen Stand der Dinge lesen Sie den Artikel auf Tagesschau oder auf SWR. Um mehr über Schutzkonzepte zu erfahren, besuchen Sie die Seite der Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.