Das MMORPG New World, das von Amazon Games entwickelt wurde, steht vor dem Aus. Am 31. Januar 2027 wird das Spiel abgeschaltet, was viele Spieler und Fans des Genres in Aufruhr versetzt. Um dem drohenden Ende entgegenzuwirken, gibt es Überlegungen, das Spiel an einen Käufer zu verkaufen. Dabei wird das Studio Facepunch, bekannt durch das beliebte Spiel Rust, als möglicher Käufer gehandelt. Alistair McFarlane, der COO von Facepunch, hat bereits Interesse bekundet und sogar eine Kaufofferte in Höhe von 25 Millionen US-Dollar abgegeben. Er betonte in seinen Äußerungen, dass „Spiele niemals sterben sollten“ und dass Facepunch stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist.
Die Gespräche zwischen Facepunch und Amazon Games haben bereits stattgefunden, doch unterzeichnete Geheimhaltungsklauseln verhindern eine detaillierte Diskussion über die Gespräche. David McKenzie, der ehemalige Lead World Designer von New World, äußerte sich in einem Reddit-Format skeptisch über die Chancen eines Verkaufs. Er wies darauf hin, dass die Engine des Spiels spezielle Fachkenntnisse erfordert, was die Übernahme durch einen anderen Entwickler erschweren könnte. Zudem betonte er, dass ein erfolgreicher Verkauf die Rückkehr vieler ehemaliger Entwickler zur Folge haben müsste, um das Spiel möglicherweise wiederzubeleben.
Hintergründe und Spielerwartungen
In den letzten Monaten gab es hinter den Kulissen große Umbauten am Spiel, die von den Spielern kaum wahrgenommen wurden. Ein wichtiges Update wurde trotz der bevorstehenden Abschaltung veröffentlicht, jedoch war die Resonanz auf das Aeternum-Update eher negativ. Ein Grund dafür könnte die starke Konkurrenz durch andere Spiele wie Throne and Liberty sein. McKenzie nannte in seinen Äußerungen auch zukünftige Themen, die für New World geplant sind, darunter öffentliche Kriege, Gärtnern und Segeln. Doch die Ungewissheit über die Zukunft des Spiels bleibt bestehen, da viele der ehemaligen Entwickler möglicherweise bereits neue Projekte gefunden haben.
Die Diskussion um den möglichen Verkauf von New World zeigt auch die Herausforderungen, vor denen die Spielebranche steht. In Deutschland beispielsweise spielt eine große Anzahl von Menschen Videospiele, doch die Branche selbst scheint zu schrumpfen. Trotz eines Umsatzes von etwa 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 machen rund 900 deutsche Studios nur fünf Prozent des gesamten Umsatzes aus. Die Produktionsbudgets sind im internationalen Vergleich oft gering, was es vielen Studios erschwert, Fehlschläge zu überstehen. Die Games-Förderung in Deutschland soll dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort zu stärken und qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern, steht jedoch vor Herausforderungen wie hohen Lohnkosten und unzureichender digitaler Infrastruktur.
Die Zukunft der Spieleentwicklung
Die weltweite Spieleindustrie hat im Jahr 2023 über 10.000 Entlassungen verzeichnet, darunter auch große Unternehmen wie Epic Games und Electronic Arts. Diese Konsolidierung führt dazu, dass mittelgroße Studios unter Druck geraten. Branchenvertreter fordern eine Aufstockung der Games-Förderung auf 125 Millionen Euro und ein neues Fördermodell, um die Innovationskraft der Branche zu sichern. Die Spielebranche gilt als Innovationstreiber in Bereichen wie KI, VR und AR, benötigt jedoch substanzielle Investitionen und Zeit für die Entwicklung.
Die Situation von New World und die möglichen Überlegungen zu einem Verkauf durch Amazon Games sind auch ein Spiegelbild der Herausforderungen, die viele Spieleentwickler in der heutigen Zeit bewältigen müssen. Es bleibt abzuwarten, ob Facepunch tatsächlich das Ruder übernehmen kann und wie sich die Geschichte von New World weiterentwickeln wird. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Quellen mein-mmo.de, pcgamer.com und t3n.de.






