Im Herzen von Rust fand kürzlich eine besondere Veranstaltung statt, die die Verbindung zwischen Tradition und Politik auf einzigartige Weise beleuchtet. Rund 200 Narren in ihren traditionellen Häs feierten den „Spritzenmuck“, und inmitten des bunten Treibens wurde Manuel Hagel, der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, mit der renommierten Goldenen Narrenschelle ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird jährlich vom Verband Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) verliehen und ehrt Persönlichkeiten, die sich durch ihren Humor und ihre Nähe zum „echten Leben“ auszeichnen.
Die Zeremonie fand im Europa-Park statt, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. In diesem festlichen Rahmen hielt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die Laudatio auf Hagel. In einem eindrucksvollen Reim äußerte er, dass Hagel für hohe Staatsämter geeignet sei, und mahnte gleichzeitig zur Mäßigung im bevorstehenden Wahlkampf, um gesellschaftliche Spaltungen zu vermeiden. Hagel, der seit seiner Kindheit in der Narrenzunft „Spritzenmuck“ in Ehingen aktiv ist, zeigte sich dankbar für die Ehrung und betonte die Bedeutung der Fastnachtstradition.
Bürokratieabbau und Tradition
Paul Martin, ein Mitglied des VSAN-Präsidiums, nutzte die Gelegenheit, um die Bürokratie zu kritisieren und forderte Hagel auf, sich für einen Bürokratieabbau einzusetzen. Hagel versprach, diese Herausforderung anzugehen, was im Kontext seiner politischen Ambitionen besonders interessant ist. Der Narrenpräsident Roland Haag äußerte sich erfreut über die Auszeichnung eines Narren aus den eigenen Reihen, nachdem in den vergangenen Jahren oft andere Preisträger geehrt wurden.
Die Goldene Narrenschelle wird seit 2006 an Persönlichkeiten verliehen, die sich „großer Narretei im Alltag schuldig gemacht“ haben. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem prominente Politiker wie Günther Oettinger, Wolfgang Thierse und Winfried Kretschmann sowie Unterhaltungspersönlichkeiten wie Tony Marshall und Thomas Gottschalk. Trotz des politischen Hintergrunds der Auszeichnung betonte Haag, dass die Ehrung nichts mit der bevorstehenden Landtagswahl zu tun habe.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die VSAN, die 1924 gegründet wurde, umfasst heute 68 Narrenzünfte aus Baden-Württemberg, dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und fünf Kantonen in der Schweiz. Diese Vereinigung spielt eine zentrale Rolle in der Bewahrung und Pflege der Fastnachtstraditionen. Die Auszeichnung selbst wird oft als das „Bundesverdienstkreuz für Narren“ beschrieben und ist undotiert, es gibt kein Preisgeld.
Manuel Hagel, der auch mit anderen prominenten Persönlichkeiten wie Cem Özdemir, der die Auszeichnung 2018 erhielt, in Verbindung steht, sieht die Goldene Narrenschelle als Ehre und Identifikation mit seiner Narrenidentität. In seiner Dankesrede bekräftigte er die Wichtigkeit der Fastnacht und der damit verbundenen Traditionen für die Gemeinschaft. In einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Spannungen zunehmen, könnte Hagels Engagement für die Fastnacht und sein Versprechen, bürokratische Hürden abzubauen, einen bedeutenden Beitrag zu einer harmonischeren Gesellschaft leisten.