Die Feuerwehr ist nicht nur für die Bekämpfung von Bränden und die Rettung von Leben zuständig, sondern steht auch vor einer enormen psychischen Herausforderung. Gerade in belastenden Einsätzen, wie der Bergung von Unfallopfern oder der Hilfe bei Katastrophen, sind die Einsatzkräfte oft psychischen Belastungen ausgesetzt, die schwer zu verarbeiten sind. Dies ist besonders relevant für die Feuerwehrleute im Burgenland, die häufig als erste an der Unfallstelle sind.

Eine wichtige Unterstützung für diese Einsatzkräfte bietet die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Diese wurde nach dem Flugschau-Unglück in Ramstein im Jahr 1988 ins Leben gerufen, als die Notwendigkeit einer strukturierten Nachsorge für Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte erkannt wurde. Die PSNV unterteilt sich in zwei Bereiche: PSNV-B, die Betreuung von Betroffenen wie Verletzten und Angehörigen, und PSNV-E, die spezielle Unterstützung für die Einsatzkräfte selbst. In Deutschland wurde die erste Nachsorgegruppe für Feuerwehrleute nach diesem Unglück eingerichtet, und seitdem hat sich die PSNV dynamisch entwickelt. Alle Organisationen, wie Feuerwehr, THW und DLRG, verfügen mittlerweile über geschultes Personal, das unter dem Begriff Einsatznachsorgeteam (ENT) bekannt ist.

Die Bedeutung der psychosozialen Unterstützung

Die psychischen Belastungen, die Feuerwehrleute erfahren, sind nicht nur auf dramatische Einsätze beschränkt. Auch alltägliche Herausforderungen können zu Stress und psychischen Erkrankungen führen. Daher ist es entscheidend, dass Führungskräfte erkennen, wann Einsätze außergewöhnliche Belastungen mit sich bringen. Bei besonders belastenden Ereignissen ist sofortige Hilfe erforderlich, und die PSNV bietet die notwendige Unterstützung.

Offene Diskurse und zeitnahes Handeln sind wichtig, um langfristige Beeinträchtigungen zu vermeiden. PSNV-Hilfskräfte, die nach dem Peer-Prinzip aus den eigenen Reihen stammen, bieten Nachsorgegespräche an und vermitteln an Psychotherapeuten. So wird sichergestellt, dass die Feuerwehrleute die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um ihre Erfahrungen zu verarbeiten.

Präventionsmaßnahmen und Initiativen

Im Frühjahr 2023 wurde die Unfallverhütungsaktion „Psychische Gesundheit im Feuerwehrdienst“ ins Leben gerufen, die von HFUK Nord, FUK Mitte und FUK Brandenburg unterstützt wird. Das Ziel dieser Aktion ist es, auf einen kameradschaftlichen und wertschätzenden Umgang hinzuweisen, um psychische Belastungen und Erkrankungen zu vermeiden. Der Slogan „Das ICH sind WIR – Feuerwehr!“ unterstreicht die Gemeinschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr.

Zusätzlich zur PSNV hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2020 einen Leitfaden zur PSNV für Einsatzkräfte veröffentlicht. Dieser Leitfaden umfasst vier Kernelemente: Erkennen, Beurteilen, Handeln und Helfen. Damit wird ein strukturierter Ansatz zur Unterstützung von Feuerwehrleuten in belastenden Situationen gefördert.

Um mehr über die Entwicklungen und Angebote im Bereich der psychosozialen Unterstützung für Feuerwehrleute zu erfahren, kann man sich auch auf der Website des ORF Burgenland informieren. Die PSNV ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Feuerwehrarbeit, der dazu beiträgt, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Einsatzkräfte zu sichern.