In der steirischen Stadt Feldbach und im burgenländischen Oberwart ist die Schließung von Libro-Filialen ein heiß diskutiertes Thema. Das Unternehmen hat bekannt gegeben, dass die Filiale in der Bürgergasse in Feldbach sowie der Standort in der Steinamangerstraße in Oberwart am 14. Februar ihre Türen schließen werden. Bereits zuvor sorgte der Abzug von Libro aus Bad Radkersburg für Unmut unter den Anwohnern und Gewerbetreibenden. Die MTH Retail Group, zu der Libro und Pagro gehören, betont, dass jede Filiale wirtschaftlich bestehen muss, und die Schließungen aus verschiedenen Gründen unvermeidbar sind. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Zukunftsstrategie unter dem Motto „Fix zam“ umgestaltet, wobei eine Umstellung von Libro auf Pagro und eine Weiterentwicklung des Pagro-Sortiments mit Produkten von Libro geplant sind.

Die Schließung von 34 Filialen, darunter die in Feldbach und Oberwart, ist Teil eines größeren Umstrukturierungsplans, der durch die Erkenntnis motiviert ist, dass viele Standorte als zu klein und zu teuer eingestuft werden. Insgesamt sind 120 Mitarbeiter von diesen Schließungen betroffen, was die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden verstärkt. In beiden Städten bleibt jedoch jeweils eine Libro- und eine Pagro-Filiale bestehen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Die Auswirkungen auf die Gemeinden

Ein Lichtblick für Feldbach ist, dass die Trafik von Andreas Frank Teile des Libro-Sortiments übernehmen wird. Bürgermeister Josef Ober hat zudem angekündigt, dass am Hauptplatz Schulmaterialien erhältlich sein werden, um die Versorgung für Schüler zu gewährleisten. Die Stadtgemeinde unterstützt auch aktiv bei der Suche nach einem Nachmieter für die Geschäftsfläche in der Bürgergasse, doch ein Nachfolger steht bislang noch nicht fest.

Die Schließungen und der Rückzug aus bestimmten Märkten sind nicht isolierte Ereignisse. Ab Mitte 2022 wurden die Auswirkungen des Onlinehandels und der COVID-19-Pandemie auf Innenstädte durch Herausforderungen wie die Energiekrise, Inflation, Zinswende und den Ukraine-Krieg überlagert. Eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat ergeben, dass städtische Zentren zwar einen breiten Nutzungsmix aufweisen, die Leerstandsquote in zentralen Erdgeschosslagen jedoch höher ist als vor der Pandemie. Interessanterweise ist diese Quote allerdings geringer als ursprünglich befürchtet.

Der Weg in die Zukunft

Die Attraktivität von Innenstädten wird durch Einkaufsmöglichkeiten, gastronomische Angebote und saubere öffentliche Räume bestimmt. Die COVID-19-Pandemie hat bestehende Trends zum Online-Einkauf und zur Digitalisierung verstärkt. Während aktuelle Umsatzzahlen im stationären Einzelhandel Zugewinne zeigen, liegen sie immer noch unter dem Niveau vor der Pandemie.

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Die Herausforderungen, vor denen die Innenstädte stehen, sind vielfältig und erfordern innovative Konzepte und eine Mischung aus verschiedenen Nutzungen. Die Wertschätzung dieser Zentren als Orte der Begegnung und des Konsums wird als Chance gesehen, die urbanen Zentren zu stärken und die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen. Der Rückzug von Libro ist somit nicht nur ein Verlust für die betroffenen Gemeinden, sondern auch ein Anstoß, über die Zukunft der Innenstadt nachzudenken und neue Wege zu beschreiten, um sie attraktiv zu halten. Für weiterführende Informationen zu den Entwicklungen in diesem Bereich sei auf die umfassende Studie verwiesen, die unter diesem Link zu finden ist.

Die Entwicklungen rund um die Schließungen von Libro-Filialen zeigen deutlich, wie wichtig es ist, sich den veränderten Bedingungen im Einzelhandel anzupassen und innovative Lösungen zu finden, um die Innenstädte lebendig und attraktiv zu halten.