Heute ist der 13.04.2026. In Oberwart hat sich Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) nach seiner kürzlichen Kehlkopfoperation am Uniklinikum Leipzig zu Wort gemeldet. Er bezeichnete die Operation als „Befreiungsschlag“ und freut sich über seine positive gesundheitliche Entwicklung. Nach eigenen Angaben hat er nach dem Eingriff keine Atemnot mehr und blickt optimistisch auf eine Rückkehr ins öffentliche Leben.
In einem klaren Statement äußerte sich Doskozil auch kritisch gegenüber seiner eigenen Partei in Bezug auf den Einspruch gegen die Bewilligung der Herzchirurgie in Oberwart. Trotz der aktuellen Herausforderungen denkt er nicht an Rücktritt und betont sein Engagement für die Bevölkerung und das Burgenland. Diese Herzchirurgie hat im März ihren Betrieb aufgenommen und ist Teil einer umfassenden Gesundheitsoffensive des Landes, die Doskozil initiiert hat.
Kritik am Einspruch des Gesundheitsministeriums
Das Gesundheitsministerium hat am Dienstag Einspruch beim Landesverwaltungsgericht Burgenland gegen die Herzchirurgie in Oberwart eingelegt, was Doskozil als inhaltsleer und konzeptlos kritisierte. Der Einspruch wurde aufgrund „erheblicher inhaltlicher und verfahrensrechtlicher Bedenken“ erhoben. So wird bemängelt, dass die Genehmigung der Herzchirurgie ohne Beschluss in der Bundes- und Landes-Zielsteuerungskommission erfolgt sei.
Die Vorgaben des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) sehen eine Konzentration auf wenige leistungsstarke Standorte vor, was bedeutet, dass die Voraussetzungen in Oberwart, wie eine Bevölkerung von 800.000 Einwohnern und 500 Eingriffe pro Jahr, nicht erfüllt werden. Zudem wurde kritisiert, dass kein ordnungsgemäßes Bedarfsprüfungsverfahren durchgeführt wurde und wichtige Akteure wie Sozialversicherung und Wirtschaftskammer nicht eingebunden wurden. Die Errichtung eines zusätzlichen Standorts birgt Risiken, die möglicherweise die Qualität der Versorgung in der Ostregion beeinträchtigen könnten.
Notwendigkeit einer Herzchirurgie in Oberwart
Die Dringlichkeit der Einrichtung einer Herzchirurgie in Oberwart zeigt sich durch die Abweisungen und langen Wartezeiten für Patienten mit Herzleiden. Der Antrag zur Einrichtung einer Fachabteilung wurde bei der Landes-Zielsteuerungskommission (L-ZK) eingebracht und fand am 20. November 2025 einen einstimmigen Beschluss zur Weiterleitung an die Bundes-Zielsteuerungskommission. Ziel dieser Maßnahme ist es, die medizinischen Leistungen in Burgenlands Kliniken auszubauen und eine hochwertige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
Die kardiovaskuläre Sterblichkeit im Burgenland liegt 15,3 % über dem Bundesdurchschnitt, was die Notwendigkeit einer spezialisierten Herzchirurgie unterstreicht. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung wird ein Anstieg der kardiologischen und kardiochirurgischen Eingriffe erwartet. Aktuell erleben Patienten lange Wartezeiten für Behandlungen in Wien und Graz, die zwischen sechs und neun Monaten betragen, was die Situation für die burgenländische Bevölkerung weiter verschärft.
Gesundheitspolitische Perspektiven
Die Diskussion um die Herzchirurgie in Oberwart ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern reflektiert auch die Herausforderungen im österreichischen Gesundheitswesen insgesamt. Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) ist auf eine Bevölkerung von rund 7 Millionen ausgelegt, während die tatsächliche Bevölkerung etwa 9,3 Millionen beträgt. Dies führt zu einer Unterversorgung von 2,3 Millionen Menschen und unterstreicht die Notwendigkeit, die gesundheitliche Infrastruktur in den ländlichen Regionen zu verbessern.
Das Engagement von Hans Peter Doskozil für die Gesundheitsversorgung im Burgenland sowie die Kritik an der Politik des Gesundheitsministeriums zeigen, dass es hier um mehr geht als nur um Zahlen und Statistiken. Es geht um das Wohl der Menschen, die auf eine adäquate medizinische Versorgung angewiesen sind. Die kommenden Entscheidungen werden entscheidend dafür sein, wie die Gesundheitsversorgung im Burgenland in den nächsten Jahren aussehen wird.