Im Bezirk Oberpullendorf sorgten Schneemassen Ende Februar 2026 für massive Schäden in den Wäldern. Bezirksförster Michael Kefeder schätzt das Schadausmaß auf etwa 4.000 Festmeter Holz. Besonders betroffen sind Waldgebiete mit Weißkiefern (Pinus sylvestris). Die Schadensbilder sind vielfältig: Wipfelbrüche, Stammbrüche und Druckschäden, bei denen Bäume umgedrückt wurden, sind häufig zu beobachten. Dabei entfallen 70 % der Schäden auf Einzelschäden, 20 % auf Nesterschäden und 10 % auf flächige Schäden. Vor allem jüngere Kiefernwaldbestände haben unter den Schneemassen gelitten, was die Situation für Waldbesitzer zusätzlich erschwert.
Die Bruchschäden stellen eine große Herausforderung dar, denn die Aufarbeitung ist nicht nur aufwendiger, sondern auch teurer. Beschädigte Stämme können häufig nur als Faser- oder Energieholz verwertet werden, was zu Einbußen von bis zu 50 % pro Festmeter Sägerundholz führen kann. Waldbesitzer, die Unterstützung benötigen, können über den Katastrophenfonds des Landes Burgenland Hilfe beantragen. Die Verantwortung für die Aufarbeitung des Schadholzes liegt jedoch in den Händen der Waldbesitzer, die entweder selbst Hand anlegen oder Unternehmen mit der Aufarbeitung beauftragen können.
Wichtige Maßnahmen zur Schadensbewältigung
Eine rasche Holzabfuhr ist von höchster Wichtigkeit, um Schädlinge wie den sechszähnigen Kiefernborkenkäfer abzuwenden. Waldbesucher sollten ebenfalls vorsichtig sein, da abgebrochene Wipfel oder Äste von den Bäumen fallen können. Große Forstbetriebe wie Esterházy sind intensiv mit der Aufarbeitung beschäftigt, während kleinere Waldbesitzer oft länger benötigen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Schäden erst im Laufe der Vegetationsperiode sichtbar werden. Zudem gilt die Aufarbeitung als gefährlich, da Spannungen im Holz bestehen können.
Interessanterweise brachte der Schnee auch positive Effekte mit sich, denn er sorgte für dringend benötigte Bodenfeuchtigkeit nach Trockenperioden. Solche extremen Wetterereignisse sind jedoch kein Einzelfall. In der Vergangenheit führten zwei Nassschneeereignisse, eines im März 2006 und eines im Oktober 2012, zu erheblichen Schäden in Waldversuchsflächen in Deutschland. Diese Ereignisse wurden in durchforsteten Flächen beobachtet, was interessante Zusammenhänge zwischen Behandlung und Entwicklung der Bestände aufzeigt. Ein Vergleich dieser Ereignisse könnte wichtige Erkenntnisse für die künftige Waldbewirtschaftung liefern, auch wenn sie aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen getrennt betrachtet werden müssen Source 2.
Herausforderungen für die Waldbewirtschaftung
Die aktuellen Herausforderungen für die Wälder in Deutschland sind nicht zu unterschätzen. Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Dürreperioden und Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren stark geschadet. Zwischen 2018 und 2024 wurde ein Kalamitätsholzanfall von etwa 308 Millionen Festmetern erfasst. Der Großteil davon entfällt auf Nadelhölzer, und über 20 % des Fichtenvorrats aus der Bundeswaldinventur 2012 sind außerplanmäßig angefallen. Diese Entwicklungen betreffen besonders die Stabilität der Fichtenwälder und die Gesundheit der Laubwälder Source 3.
Die Waldzustandserhebung 2024 zeigt alarmierende Zahlen: 36 % der Bäume weisen eine deutliche Kronenverlichtung auf, während nur 21 % als gesund gelten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind Maßnahmen zur Stabilisierung der Wälder und zur Wiederbewaldung dringend erforderlich. Die Auswahl geeigneter Baumarten und Herkünfte spielt dabei eine zentrale Rolle für den Waldumbau. Das BMLEH arbeitet mit Bundesländern und Verbänden zusammen, um betroffenen Waldbesitzern Unterstützung zu bieten und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel voranzutreiben.